Eigentlich wollte ich ja von meiner Bürokochgemeinschaft erzählen und einige der Rezepte bringen, die wir so kochen, aber beim Surfen bin ich auf was wahrscheinlich viel Interessanteres gestossen, nämlich die Kochvideos vom hier schon erwähnten Real Simple. Das Heft hat jetzt nämlich auch eine Fernsehshow und auf ihrer Homepage kann man sich jetzt u.a. Videos zu den essentiellsten Kochtechniken anschauen. Einiges wird bekannt sein, aber bei manchen kann man schon noch etwas lernen.
Reis kochen
Knoblauch schälen und hacken
Was sie hier nicht erwähnen ist, dass der Mundgeruch kein Problem mehr ist, wenn man den grünen Teil in der Mitte der Knoblauchzehe entfernt. Funktioniert wirklich.
Palatschinken machen
Zwiebel schneiden
In einem anderen Artikel empfehlen sie, vor dem Schneiden eine Kerze anzuzünden, da so einige der Stoffe verbrannt werden, die einem zum Weinen bringen.
Zitrusfrüchte schälen
Artischoken schneiden
Schnittlauch hacken
Nudeln kochen - ok, da gab's nichts Neues, aber so oft, wie ich Nudeln gekocht habe, ist das auch kein Wunder ;-)
Avocados schälen und würfeln
Mangos schälen und würfeln
Cosmopolitan mixen
Eier hart kochen
Couscous zubereiten
und noch viel mehr gibt's hier.
Mittwoch, 25. Februar 2009
Mixed Messages
Unlängst hat mir eine Arbeitkollegin von ihrer Stieftochter erzählt, die Anfang 20 ist, mit 16 die Schule geschmissen hat, derzeit arbeitslos gemeldet ist und immer wieder den AMS-Kurs schwänzt, sich krankschreiben lässt etc. Mit dem Wohnungsamt (weiß nicht, wie's in Wien genau heißt) hat sie sich's verscherzt und damit anscheinend auch die Chance auf eine Gemeindewohnung. Die letzten Jahre hat sie bei Liebhabern und FreundInnen am Sofa übernachtet, denen es dann immer nach einiger Zeit zu viel geworden ist und so ist sie nun in den ohnehin überfüllten elterlichen Haushalt (2 Eltern, 2 Kinder und die Oma, die gebraucht wird um auf die Kinder aufzupassen, und das in insgesamt 4 Zimmern) zurückgekehrt, wo sie seitdem mit allen im Clinch liegt. Ihre Zeit verbringt sie angeblich vor allem damit, sich zu stylen, ihren FreundInnen und ihrer Family (Eifersuchts-)szenen am Telefon und in echt zu machen und am Gang zu rauchen, was verboten ist. Außerdem geht sie spät nachts weg, kommt frühmorgens heim (oder umgekehrt) und weckt dabei die anderen Familienmitglieder auf. In einem Streit hat ihr Vater ihr dann angedroht, ihr den Wohnungsschlüssel wegzunehmen, woraufhin sie gemeint hat, dann meldet sie sich obdachlos.
Als mir die Kollegin dann den letzten Streit schildert, sage ich, wir waren doch alle mal so (seltsam wie schnell man von der Kinder- in die Elternrolle rutscht, liegen gerade mal zwei, drei Jahre dazwischen) und suche im Internet Infos zum Thema Wohnen sowie Beratungsstellen heraus, die sich speziell an Jugendliche richten.
Habe dann die Seite der Jugendinfo Wien aufgesucht, die ein reichhaltiges Download-Center mit allen möglichen Infos in gut lesbaren bunten Broschüren haben und denke mir (um nun zum Ende der langen Einleitung zu kommen): Ich will das auch! Ich will auch eine Beratungsstelle, zu der ich mit allen Problemen hingehen kann, ich will auch eine Webseite mit bunten Broschüren, wo mir von Wohnungssuche bis Cannabis alles erklärt wird, inklusiver dem Umgang mit psychischen Problemen, Beziehungsstress, Ratlosigkeit, was ich beruflich machen soll und was überhaupt. Ich bin nur leider zu alt dafür. Und ich fühle mich manchmal ziemlich allein gelassen und bin nicht die Einzige. Die Ratlosigkeit meiner Kollegin zu sehen zum Beispiel, die keine Ahnung hat, wie sie mit dieser Situation umgehen soll und woher auch - ich wüsste nicht, wen sie anrufen kann, um in einer kostenlosen Beratung ihre Probleme zu besprechen. Als meine Kollegin aus einer früheren Arbeit feststellte, dass ihr Freund die letzten drei Mieten nicht bezahlt hat, bevor's aus war, wusste sie's auch nicht. Als ich überfallen wurde und Alpträume hatte, wusste ich's nicht. Usw.
Es ist auch ein Thema, das bei mir in den Beratungen immer wieder auftaucht, dass Leute gerne Rat zu Themen hätten, die nicht in unser Fachgebiet fallen und bei denen ich keine Ahnung habe, wo ich sie hinschicken kann. Ich frage dann manchmal im Team nach, ob jemand etwas weiß, manchmal klappt's, manchmal nicht. Und viele andere KollegInnen sagen dann, das bieten wir nich an, da müssen Sie jemanden suchen, der auf dieses Thema spezialisiert ist und wer könnte es ihnen verdenken.
Man sollte meinen, das wäre durch das Internet leichter geworden, an die richtigen Infos zu kommen, aber
a) steht nicht alles im Internet
b) müsste man wissen, wo man die Sachen, die drin stehen, findet und
c) muss man herausfinden, welche Quellen gut sind und welche schlecht, was nicht immer so einfach ist, wie es klingt.
Ein Kollege meinte mal, es wäre gut, wenn es ein Büro oder eine Internetseite (aber besser eine Person) gäbe, die man anrufen könnte, wenn man etwas wissen will, und deren Aufgabe es lediglich wäre, einem mitzuteilen, welche Angebote es zu diesem Thema gibt und an wen man sich wenden kann. Gibt es nicht, nicht einmal themenspezifisch (z.B. alle Infos zum Thema Behinderung oder Arbeitssuche oder ...) und es wäre sicher auch nicht total machbar, aber es wäre schon einiges wert.
Das war aber nur ein kurzer Ausflug, worum es mir eigentlich in diesen Post ging, waren die gemischten Botschaften, die man von allen Seiten bekommt. Meine Kollegin meinte, dass ihre Stieftochter den halben Tag damit verbringt sich zu schminken (und Männer kennen zu lernen, bei denen sie unterkommen kann) und dass sie ein sehr neurotisches Verhältnis zu ihrem Aussehen hat. Wer könnte es ihr verdenken? Worum es mir geht, sind die gemischten Botschaften aus dem Medien und eigentlich aus dem ganzen "normalen" Umfeld, wie wichtig es ist, konventionell attraktiv zu sein und auf der anderen Seite hast du bestenfalls ein paar Kinder- und JugendpsychologInnen, die immer wiederholen, dass es wichtig ist, seinen Körper so zu mögen wie er ist. Und die "normale" Gesellschaft, die zwar einerseits verlangt, dass man attraktiv sein muss, einen aber andererseits, wenn man sich zu obsessiv und offensichtlich mit dem Thema beschäftigt, als psychisch krank abstempelt. So wie es in diesem Denken Leute gibt, "die nix hackeln wollen" und "Versager" und auf der anderen Seite "Workaholics", "Rabenmütter", "karrieregeile Emanzen" und Leute, die Burn-Outs haben, weil sie "einfach nicht abschalten können". Die "nicht verstehen, dass man nicht lebt, um zu arbeiten, sondern arbeitet, um zu leben." Jaja.
Allein die Tatsache, dass man in ganz simplen und häufig wiederkehrenden Situationen so oft nicht weiß, wie man sich verhalten soll und vor allem, was man eigentlich will, lässt schon manchmal auch in mir die Sehnsucht nach jemandem aufkommen, der alles regelt (was mir unendlich peinlich ist). Es ist natürlich nur theoretisch, denn weder Gott, Mama noch ein allmächtiger Staat sind nur ansatzweise attraktiv, am ehesten würde wohl eh eine Beratungsstelle mit bunten Broschüren hinkommen. Aber das Gefühl des Überfordert-Seins, dass sich ja in meinem Fall bei einer gut ausgebildeten jungen Frau, die eigentlich gute Ressourcen haben müsste, um mit Problemen fertig zu werden, breit macht, macht mir schon Sorgen. Und ich frage mich, ob ich etwas daran ändern kann, oder ob es ganz normal ist. Oder beides.
Das Problem, dass es auf viele Fragen keine eindeutigen Antworten und einfache Lösungen gibt, ist das eine, die Frage des "Wissensmanagements" das andere (wie kommen die Infos zu denen, die sie brauchen - dafür bräuchte man ja eigentlich eine Art Über-Datenbank - und wie abschreckend Datenbanken sein können, habe ich bei der Stipendien-Datenbank gesehen).
Ich frage mich, wie das gelingen könnte.
Hätte ich zum Beispiel vor zwei Jahren vom europäischen Freiwilligendienst gewusst, ich hätte mich nicht bei einem blöden Forschungsinstitut nach dem anderen beworben, um ein gefördertes Praktikum zu bekommen (was dann eh nicht geklappt hat). Ich hätte jemanden gebraucht, der mit mir herausfiltert, was ich nach dem Studium eigentlich tun will (und das war eigentlich mal ein paar Monate oder ein Jahr woanders zu leben und zu arbeiten und Erfahrungen zu sammeln, und das ohne übergroßen Druck) und mich darin bestärkt hätte, das zu tun und nicht Zeitschriften und Ratgeber, die mir erklären, dass ich ohne 5 Praktika in renommierten Organisationen sowieso keine Chance habe, einen Job zu finden.
Meinen jetzigen Job habe ich übrigens auch durch eine Beratungsstelle gefunden. Tja, machmal klappt nichts, wenn einen nicht jemand bei der Hand nimmt, zumindest nicht bei mir. Und auch bei vielen BewerberInnen, die grottenschlechte Bewerbungen schicken und im Gespräch nur höchst seltsame und kontraproduktive Dinge sagen, denke ich mir oft, da bräuchte es nur einen kleinen Anstoß und ihr Leben würde die richtige Richtung nehmen. Aber der kommt nicht.
Als mir die Kollegin dann den letzten Streit schildert, sage ich, wir waren doch alle mal so (seltsam wie schnell man von der Kinder- in die Elternrolle rutscht, liegen gerade mal zwei, drei Jahre dazwischen) und suche im Internet Infos zum Thema Wohnen sowie Beratungsstellen heraus, die sich speziell an Jugendliche richten.
Habe dann die Seite der Jugendinfo Wien aufgesucht, die ein reichhaltiges Download-Center mit allen möglichen Infos in gut lesbaren bunten Broschüren haben und denke mir (um nun zum Ende der langen Einleitung zu kommen): Ich will das auch! Ich will auch eine Beratungsstelle, zu der ich mit allen Problemen hingehen kann, ich will auch eine Webseite mit bunten Broschüren, wo mir von Wohnungssuche bis Cannabis alles erklärt wird, inklusiver dem Umgang mit psychischen Problemen, Beziehungsstress, Ratlosigkeit, was ich beruflich machen soll und was überhaupt. Ich bin nur leider zu alt dafür. Und ich fühle mich manchmal ziemlich allein gelassen und bin nicht die Einzige. Die Ratlosigkeit meiner Kollegin zu sehen zum Beispiel, die keine Ahnung hat, wie sie mit dieser Situation umgehen soll und woher auch - ich wüsste nicht, wen sie anrufen kann, um in einer kostenlosen Beratung ihre Probleme zu besprechen. Als meine Kollegin aus einer früheren Arbeit feststellte, dass ihr Freund die letzten drei Mieten nicht bezahlt hat, bevor's aus war, wusste sie's auch nicht. Als ich überfallen wurde und Alpträume hatte, wusste ich's nicht. Usw.
Es ist auch ein Thema, das bei mir in den Beratungen immer wieder auftaucht, dass Leute gerne Rat zu Themen hätten, die nicht in unser Fachgebiet fallen und bei denen ich keine Ahnung habe, wo ich sie hinschicken kann. Ich frage dann manchmal im Team nach, ob jemand etwas weiß, manchmal klappt's, manchmal nicht. Und viele andere KollegInnen sagen dann, das bieten wir nich an, da müssen Sie jemanden suchen, der auf dieses Thema spezialisiert ist und wer könnte es ihnen verdenken.
Man sollte meinen, das wäre durch das Internet leichter geworden, an die richtigen Infos zu kommen, aber
a) steht nicht alles im Internet
b) müsste man wissen, wo man die Sachen, die drin stehen, findet und
c) muss man herausfinden, welche Quellen gut sind und welche schlecht, was nicht immer so einfach ist, wie es klingt.
Ein Kollege meinte mal, es wäre gut, wenn es ein Büro oder eine Internetseite (aber besser eine Person) gäbe, die man anrufen könnte, wenn man etwas wissen will, und deren Aufgabe es lediglich wäre, einem mitzuteilen, welche Angebote es zu diesem Thema gibt und an wen man sich wenden kann. Gibt es nicht, nicht einmal themenspezifisch (z.B. alle Infos zum Thema Behinderung oder Arbeitssuche oder ...) und es wäre sicher auch nicht total machbar, aber es wäre schon einiges wert.
Das war aber nur ein kurzer Ausflug, worum es mir eigentlich in diesen Post ging, waren die gemischten Botschaften, die man von allen Seiten bekommt. Meine Kollegin meinte, dass ihre Stieftochter den halben Tag damit verbringt sich zu schminken (und Männer kennen zu lernen, bei denen sie unterkommen kann) und dass sie ein sehr neurotisches Verhältnis zu ihrem Aussehen hat. Wer könnte es ihr verdenken? Worum es mir geht, sind die gemischten Botschaften aus dem Medien und eigentlich aus dem ganzen "normalen" Umfeld, wie wichtig es ist, konventionell attraktiv zu sein und auf der anderen Seite hast du bestenfalls ein paar Kinder- und JugendpsychologInnen, die immer wiederholen, dass es wichtig ist, seinen Körper so zu mögen wie er ist. Und die "normale" Gesellschaft, die zwar einerseits verlangt, dass man attraktiv sein muss, einen aber andererseits, wenn man sich zu obsessiv und offensichtlich mit dem Thema beschäftigt, als psychisch krank abstempelt. So wie es in diesem Denken Leute gibt, "die nix hackeln wollen" und "Versager" und auf der anderen Seite "Workaholics", "Rabenmütter", "karrieregeile Emanzen" und Leute, die Burn-Outs haben, weil sie "einfach nicht abschalten können". Die "nicht verstehen, dass man nicht lebt, um zu arbeiten, sondern arbeitet, um zu leben." Jaja.
Allein die Tatsache, dass man in ganz simplen und häufig wiederkehrenden Situationen so oft nicht weiß, wie man sich verhalten soll und vor allem, was man eigentlich will, lässt schon manchmal auch in mir die Sehnsucht nach jemandem aufkommen, der alles regelt (was mir unendlich peinlich ist). Es ist natürlich nur theoretisch, denn weder Gott, Mama noch ein allmächtiger Staat sind nur ansatzweise attraktiv, am ehesten würde wohl eh eine Beratungsstelle mit bunten Broschüren hinkommen. Aber das Gefühl des Überfordert-Seins, dass sich ja in meinem Fall bei einer gut ausgebildeten jungen Frau, die eigentlich gute Ressourcen haben müsste, um mit Problemen fertig zu werden, breit macht, macht mir schon Sorgen. Und ich frage mich, ob ich etwas daran ändern kann, oder ob es ganz normal ist. Oder beides.
Das Problem, dass es auf viele Fragen keine eindeutigen Antworten und einfache Lösungen gibt, ist das eine, die Frage des "Wissensmanagements" das andere (wie kommen die Infos zu denen, die sie brauchen - dafür bräuchte man ja eigentlich eine Art Über-Datenbank - und wie abschreckend Datenbanken sein können, habe ich bei der Stipendien-Datenbank gesehen).
Ich frage mich, wie das gelingen könnte.
Hätte ich zum Beispiel vor zwei Jahren vom europäischen Freiwilligendienst gewusst, ich hätte mich nicht bei einem blöden Forschungsinstitut nach dem anderen beworben, um ein gefördertes Praktikum zu bekommen (was dann eh nicht geklappt hat). Ich hätte jemanden gebraucht, der mit mir herausfiltert, was ich nach dem Studium eigentlich tun will (und das war eigentlich mal ein paar Monate oder ein Jahr woanders zu leben und zu arbeiten und Erfahrungen zu sammeln, und das ohne übergroßen Druck) und mich darin bestärkt hätte, das zu tun und nicht Zeitschriften und Ratgeber, die mir erklären, dass ich ohne 5 Praktika in renommierten Organisationen sowieso keine Chance habe, einen Job zu finden.
Meinen jetzigen Job habe ich übrigens auch durch eine Beratungsstelle gefunden. Tja, machmal klappt nichts, wenn einen nicht jemand bei der Hand nimmt, zumindest nicht bei mir. Und auch bei vielen BewerberInnen, die grottenschlechte Bewerbungen schicken und im Gespräch nur höchst seltsame und kontraproduktive Dinge sagen, denke ich mir oft, da bräuchte es nur einen kleinen Anstoß und ihr Leben würde die richtige Richtung nehmen. Aber der kommt nicht.
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