
War gestern wieder in der i:da, um mir einen Film anzusehen. Gezeigt wurde dann nicht der, der angekündigt war (einer über den amerikanischen Underground), sondern Persepolis und Prinzessinenbad. Auch nicht schlecht.
Persepolis hatte ich auf der Viennale in französisch mit Untertiteln gesehen - die Untertitel oft weiß auf weiß - denkt da eigentlich überhaupt niemand mit? - und daher die Details nicht so mitbekommen. War super, denn wieder auf deutsch zu sehen. Intelligent, witzig, kritisch, menschlich, und schön gezeichnet. Eine absolute Empfehlung.

Prinzessinenbad hatte einige Längen, aber es war schon fesselnd, den drei Mädchen beim Leben zuzusehen und vor allem zuzuhören. Hat mich stark an meine eigene Pubertät erinnert, auch wenn sich sicher in der Zwischenzeit einiges geändert hat, aber diese Orientierungslosigkeit, was die Zukunft betrifft, der Versuch, sich zu behaupten und einen Platz zu finden, sowie das Experimentieren mit ersten Beziehungen und sexuellen Erfahrungen war doch sehr ähnlich. Allerdings gehören die drei (innerhalb eines Unterschichtkosmos) dann doch eher zu den coolen Mädels, die gestylt sind, Freundinnen haben, Party machen und da auch gut ankommen, waren so gesehen mehr wie ich gern gewesen wäre als wie ich war. Was auch nicht vorhanden war, waren irgendwelche gesellschaftskritischen Ansätze, aber damit sind sie ja sehr typisch.
Sehr sympathisch auch ihre Mütter, die sich ehrlich Mühe zu geben scheinen und mit ihnen eine ganz gute Gesprächsbasis haben. Allerdings werden sich die Mädels aufgrund ihrer schlechten Ausbildungen später wahrscheinlich genauso von Tag zu Tag durchschlagen müssen wie sie.
Gut war auf jeden Fall, dass der Film Jugendliche unterer sozialer Milieus nicht so einseitig negativ darstellt, wie das teilweise in österreichischen Filmen geschehen ist, sondern auch die positiven Aspekte zeigt, die Vitalität und die Lebensfreude. Manchmal hatte ich bei den Aufnahmen der drei hübschen jungen Mädels und der Präsentation ihrer Körper ein bisschen ein voyeuristisches Gefühl, das Gefühl, dass man sie nicht so zeigen sollte, dass das ein bisschen ein ausbeuterisches Element hat. Andererseits präsentieren sie sich selbst so. Schwierig. Vielleicht bin ich da auch übersensibel durch das "Geschichte des Blicks"-Seminar.
Für die, die sie noch nicht gesehen haben, hier noch Links zu Filmbeschreibungen und Kritik:
Persepolis
Prinzessinenbad
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen