Montag, 29. Dezember 2008

Jahresabschluss-Flohmarkt

Wenn alles gut geht, werde ich in den nächsten Tagen mal die beim Aufräumen angefüllten Kisten aussortieren und mich dabei von einigen Objekten trennen. Der Einfachheit halber beginne ich mit etwas, das ich nicht selbst fotografieren muss, sondern von dem es schon Fotos im Netz gibt. Erraten, es ist von der beliebten Schwedin.

Habe zwei davon gekauft, in meinem Kasten hat aber nur eines Platz. Es ist noch originalverpackt.

Rufpreis € 5,- (Original 15,-)

Lustvolle Neujahrsvorsätze

Ich nütze die Zeit der Weihnachtsferien (ja, sowas gibt es auch für mich, obwohl ich nicht mehr auf der Uni bin - juhu!) gerade zum Sortieren, Ausmisten und Organisieren von Renovierungsarbeiten und natürlich auch um Revue passieren zu lassen, was ich mir alles vorgenommen habe bis Weihnachten und was davon erreicht ist. Als Gegengewicht dazu und um nicht die To-Do-Liste eins zu eins ins neue Jahr mitnehmen zu müssen, habe ich mir gedacht, dieses Jahr mal ein paar lustvolle Neujahrsvorsätze zu fassen, die sich dann hoffentlich leichter realisieren lassen. Nachdem das Neue doch so oft das Schönste ist, gehört dazu z. B. Dinge auszuprobieren, die mir oft schon seit ewig empfohlen wurden und wo ich's nie hingeschafft habe. Aber nicht nur.

In keiner besonderen Reihenfolge

  1. endlich die Bäckerei Felzl ausprobieren (in der Nähe vom U-Bahn-Loritz-Platz) - ich bin fast nie zufrieden mit dem Brot, das ich im Supermarkt bekomme und nachdem die Bäckerei sowohl von Medien als Bekannten in höchsten Tönen gelobt wird, ist sie ja mal einen Versuch wert. Mit einem kleinen Cafe dabei und spezialisiert auf italienische Brotsorten.
  2. das Le Cèdre besuchen - rohe Leber auf libanesische Art - klingt vielversprechend!
  3. einen Bauch- oder Afro-Tanzkurs bei Kama (Kursangebote von Asylwerber_innen, Migrant_innen und Asylberechtigten, gefunden bei der Stadtspionin) besuchen.
  4. an einem Freitag (dem öffentlichen Tag) ins Einbaumöbel schauen
  5. mir endlich die Edward Hopper-Ausstellung in der Kunsthalle anschauen
Auch schöne, aber mühsame Punkte umfassen dann z.B.
  1. endlich einen gescheiten Laptop kaufen
  2. Jahrescharts in vertrauenswürdigen Medien nachlesen, das was ich noch nicht kenne runterladen, äh, anhören meine ich natürlich
  3. endlich die ganzen nervigen Sachen aus meiner Wohnung abtransportieren, die ich nicht mehr brauche.

Sonntag, 12. Oktober 2008

Whose space?

Apropos ideologische Durchleuchtung aller Lebensbereiche (siehe voriger Post):

Ich wollte eigentlich schon lange mal was über myspace schreiben, da ich mit Erschrecken feststelle, dass viele meiner Freund_innen, die sonst politisch nicht so unbeleckt sind, sich voll in den myspace-Hype stürzen (von dem andere wieder sagen, dass er so five minutes ago ist - ich weiß nicht). Wollte gerade im Internet dazu recherchieren und bin dabei auf den Artikel gestossen, der mich eigentlich darauf gebracht hat. Ist vor einem Jahr im Neon erschienen und zur Gänze online: His Space

Ergänzend dazu Wikipedia
Und der englische Wikipedia-Artikel

Dabei fällt es mir schwer, das anzuschneiden, wenn ich sehe, wie viel Freude die Leute mit ihren Myspace-Seiten haben Und vielleicht übertreibe ich auch, weil myspace ja ein Medium ohne vorgegebenen Inhalt ist so wie Blogger, Typepad oder Livejournal auch und es für die einzelnen User_innen keinen Unterschied macht, wem eine Seite gehört. Andererseits macht es mich schon skeptisch, wenn eine Seite z.B. atheistische User_innen zensiert und ich denke, mensch sollte sie nicht unterstützen. (Der Punkt der Willkürlichkeit, des Demokratiedefizits und der Zensur sowie das Ausspionieren der User_innen sind neben dem Noch-Reicher-Machen des ohnehin schon reichsten Konservativen weit und breit meine größten Probleme mit myspace.)

Andererseits sehe ich natürlich auch, dass Seiten, die es möglich machen, ohne technische Vorkenntnisse eine Webpräsenz zu etablieren, wichtig sind für die digitale Gesellschaft. Und ich sehe auch ein, dass myspace eine wunderbar einfache Möglichkeit für Bands ist, ihre Musik bekannt zu machen. Außerdem ist mir schon klar, dass mein Wettern über myspace zum Teil natürlich daran liegt, dass ich myspace persönlich nicht so mag, weil ich selten so inhaltslose, dafür optisch überladene Webseiten mit dämlichen Texten gesehen habe, die Content to bullshit ratio also imho deutlich geringer ist als bei Individualseiten oder bei Weblogs und das die Kritik an myspace meine ohnehin schon vorhandene Aversion nur verstärkt. Und ja, bevor ich andere kritisiere kann ich mich auch mal selbst bei der Nase nehmen und endlich Die Google-Falle oder ähnliches lesen. Habe ich mir aber eh schon vorgenommen.

Und welche Konsequenzen soll mensch ziehen? Seine eigenen Seiten programmieren und auf unabhängigen Servern platzieren, auf die man erst einmal draufkommen muss? Nach passender Open Source-Software suchen, die man a) erst mal finden muss und die b) zumindest bis jetzt meistens doch komplizierter ist? Klingt auch nicht nach der Lösung für breite Bevölkerungsschichten und Leute, die ihren Content ohne Einschulung ins Netz stellen wollen. Also mich.

Ein anderer Punkt ist, dass ich endlich mal eine andere Bücherseite verlinken sollte, aber erstens verwende ich keine andere, weil zweitens diese am praktischsten ist und am meisten Bücher und Informationen enthält. Das Motto müsste daher lauten, dort schauen, in der lokalen guten Buchhandlung kaufen. Aber über dieses Thema habe ich ja hier schon mal geschrieben.

Lazy Sunday Afternoon

Wie fast jeden Sonntag habe ich mir Unmengen von Dingen vorgenommen, die ich in der Wohnung, organisatorisch oder abrechnungstechnisch erledigen könnte und wie fast jeden Sonntag wird nichts draus. Da dies - dank Ladenschlusszeiten - der einzige wirklich freie Tag ist, wird er meist anders verbracht. Im heutigen Fall wird nicht mal das wirklich schöne Herbstwetter genutzt, sondern die Gelegenheit, die unzähligen Internetseiten, die ich schon lange besuchen wollte, anzuschauen.

1. Sozial-/Politporno
Seit mich gestern der Radiowecker mit der Meldung von Tod eines nicht ganz unbekannten österreichischen Politikers geweckt hat - sie kam so unerwartet, dass ich zuerst nicht sicher war, ob ich noch schlafe oder nicht - habe ich mehr Zeit als am Wochenende üblich mit dem Sehen von Fernsehbeiträgen und dem Lesen von Artikeln, Kommentaren und vor allem Postings verbracht. (Das Lesen von Postings ist überhaupt eine höchst eigenwillige Praxis, die man einmal soziologisch untersuchen sollte. Was bringt einen eigentlich dazu, endlose Postings von unbekannten Autor_innen zu lesen, bei denen man erst im Nachhinein oder gar nicht weiß, ob sie fundiert, intelligent, geistreich oder einfach nur blöd sind? Und wie ist das emotiale Engagement derer, die lesen, aber nicht posten (so wie meine Wenigkeit) und wie unterscheidet es sich von dem der Poster_innen? Lesen die eigentlich immer, was vor ihnen geschrieben wurde oder geht es denen teilweise nur darum, irgendwo ihren Senf dazu zugeben und auf sich aufmerksam zu machen? Und scheinbar gibt es Poster_innen, die einen Artikel kommentieren, ohne ihn gelesen zu haben - was soll das eigentlich???)

In vielen der Postings steht "R.I.P.", teilweise von vermutlichen Sympathisant_innen, aber auch von offensichtlichen Kritiker_innen. Es ist schon seltsam, wie man sich an seine politischen Gegner_innen gewöhnt, immerhin war der Blau-Orange eine der ersten politischen Gestalten, an die ich mich erinnern kann, "Haiders Kampf" von Henning-Scharsach das erste politische Buch, das ich mir mit zwölf, dreizehn Jahren gekauft habe. Die durch ihn entstandene oder zumindest weiter geförderte Polarisierung hat mich auch dazu gebracht, mich mit Politik zu beschäftigen, mich dafür zu interessieren. (Das ist nicht als Lob gedacht. Ich hätte mich in jedem Fall mit Politik beschäftigt, aber wäre ich in einer Zeit grauer Sonntagsreden aufgewachsen, hätte es vielleicht ein bisschen länger gedauert.) Als ich ein paar Jahre später in "linke" Kreise hineingeschnuppert habe, war gegen ihn und seine Politik zu sein etwas, auf das sich alle einigen konnten. Als dann 2000 die schwarz-blaue Regierung und die Gegendemonstrationen begannen, verstärkte die Person Haiders die Opposition gegen diese Konstellation sicher noch. Klar wäre jede rechte Regierung von linker und alternativer politischer Seite her abgelehnt worden, aber diese Figur des rechten "Führers", die bei vielen unterpriviligierten Menschen Begeisterungsstürme auslöst, hat die emotionale Reaktion noch viel stärker ausfallen lassen. Er konnte alles verkörpern, wogegen mensch ist. Und, ja, es macht natürlich mehr Spaß, gegen einen intelligenten und sehr geschickten Gegner in die Schlacht zu ziehen (sorry für die militärische Wortwahl), sich an Strache abzuarbeiten wird dagegen wesentlich frustrierender, auch wenn es möglicherweise sogar leichter ginge.

Apropos Strache: Ein Glaube, der in den 90ern immer irgendwie mitgeschwungen ist, war, dass Haider eine Ausnahmeerscheinung ist, dass es in seiner Partei keine Nachfolger gibt, dass niemand ihm das Wasser reichen kann. (War natürlich eine Nebenbotschaft seines eigenen Personenkults, die aber auch vom politischen Gegner_innen geglaubt wurde.) Die Idee, die dabei mitschwang war, dass die Erfolge der FPÖ nicht primär auf strukturelle Probleme und auf ohnehin in der Bevölkerung vorhandene Meinungen zurück zu führen waren, sondern auf seine Begabung, die Massen zu mobilisieren und zu manipulieren. Zehn Jahre später frage ich mich, ob das stimmt. Immerhin hat in der Zwischenzeit ein aalglatter und nicht gerade umwerfend politisch begabt wirkender Finanzminister seiner Partei seinen politischen Ziehvater in den Beliebtheitswerten überholt und der immer als hölzerne Kopie abgetane Strache erntet bei seinen Reden Reaktionen wie Haider in seinen besten Zeiten. Auch wenn das Wahlergebnis der FPÖ nicht an das von 1999 anschließen kann, ist es nicht auszuschließen, dass dies bei kommenden Wahlen noch geschieht. Auch Haiders Qualitäten als Stehaufmännchen, die von Kritiker_innen ungläubig beobachtet wurden - da gab es immer wieder Aufdeckungen, die mir jetzt aber nicht mehr alle einfallen, die ihn eigentlich zu Fall bringen hätten müssen, von seiner Abwahl als Landeshauptmann, den Besuchen bei Saddam Hussein oder zuletzt der Parteispaltung - sind gar nicht so verwunderlich, wenn man sie sich im internationalen Vergleich ansieht. Einem Le Pen oder auch einem Silvio Berlusconi werden auch eine Harakiri-Aktion nach der anderen verziehen, während andere nach einer Wahlniederlage politisch mausetot sind. Anscheinend ist es so, wie Blumenau in seinem Artikel schreibt und Widersprüche und auch Mißerfolge sind kein Problem, solange die Emotionalisierung aufrechterhalten werden kann. Und was bedeutet das jetzt für rot und grün? Tja.

Hier die Links zu den Artikeln, mit denen ich mir die Zeit vertrieben habe:

Der FM4-Artikeln mit Interviews mit Anneliese Rohrer und Lothar Höbelt zum Anhören. Und einer Reihe von teilweise nicht uninteressanten Postings.

Die FM4-Kurzmeldung mit den ersten Kommentaren

Standard-Artikel zum Thema
: die Fakten plus ein Kommentar von Hans Rauscher
Ein sehr treffender Artikel von Martin Blumenau über das System Haider
Sowie ein Artikel über den Rechtsruck im Klassenzimmer, zu dem er verlinkt

Ein zweiteiliger Artikel von Blumenau über das Wahlverhalten der Unter-30Jährigen bei der NR Wahl:
Teil 1
Ich stimme dem Hinweis auf die Vergesslichkeit zu, finde auch den Teil über die Hooligans spannend, aber die Einschätzung der Jungen als unideologische Gruppe, die die Partei wählt, die cooler rüberkommt und auch die Conclusio des Artikels, dass man das Wahlverhalten nachvollziehbar ist, teile ich nicht. Ich denke, dass dabei die stark vorhandenen ausländerfeindlichen Ressentiments unterschätzt werden - das habe ich auch erlebt: in meiner Jugend zentrale Orte wie das Schwimmbad werden z.B. als "Tschuschenaquarium" abgewertet und nicht mehr besucht, es wird tatsächlich gewohnheitsmäßig "den Ausländern" an fast allem die Schuld gegeben, was einem nicht passt. Wenn die Ausländer einmal nicht als Sündenbock und Bedrohung geeignet sind, gibt es immer noch "die EU" (die ja auch alle Ausländer sind ;-) ). Dabei wird meiner Meinung nach ignoriert, dass man keine große historische Vorbildung braucht, um gegen diese verächtliche und ungute Ausländerfeindlichkeit zu sein.
Teil 2
Meine Gedanken dazu:
- ich muss mir auch wieder mehr Sitzungsübertragungen im Fernsehen ansehen. Man bekommt dadurch so unendlich viel mehr mit als durch Nachrichten oder kurze Zeitschriftenberichte.
- Nachdenklich macht mich der Teil über die Ideologiefreiheit der Rechten im Service-Bereich, erinnert an die Aktionsbereitschaft. Dadurch dass viele MitarbeiterInnen der rechten Parteien selbst ModernisierungsverlilererInnen und teilweise "einfache Leute" sind, kenen sie natürlich die Probleme besser als andere Parteien und können daher in Detailfragen durchaus Lösungen anbieten.
- Dass es sicher angenehm ist, sich nicht permanent darauf abklopfen lassen zu müssen, ob mensch eh p.c. genug ist, ist sicher angenehm. Es führt aber auch dazu, sich nicht hinterfragen zu müssen und dazu, dass irrationale, falsche oder vorurteilsbehaftete Ansichten lange bestehen und sich weiter ausbreiten können. Dass die Ideologisierung jedes Themas allerdings nerven kann, ist unbestritten, andererseits macht es von einem ideologischen Standpunkt aus natürlich Sinn (Globalisierungskritische oder feministische Ansichten erfassen nun mal alle Lebensbereiche). Wie man dieses Dilemme lösen kann, weiß ich nicht.
- ansonsten eine nette Bestandsaufnahme zum Thema, wie die anderen Parteien die jungen Wähler_innen zurückgewinnen könnten

2. Ich habe mir gestern den Baader Meinhof Komplex angesehen. Sehr actionreich und gar nicht so schlecht beim Zeichnen eines Stimmungsbilds, wobei ich das als Spätgeborene natürlich nicht beurteilen kann, wie authentisch das ist. Klar ist aber, dass man ohne Hintergrundinfos beim Betrachten des Films ziemlich aufgeschmissen ist. T hat sich das Buch dazu gekauft, darüber vielleicht in ein paar Tagen mehr. Vermutlich inspiriert von dem Film macht auch die i:da ein 10wöchiges Special mit Filmen und Dokus zum Thema "Deutscher Herbst", jeden Montag ab 20.30. Es hat letzte Woche angefangen mit "Die verlorene Ehre der Katharina Blum" und ich freu mich schon darauf.

3. Und zum Abschluss noch was Unpolitisches:
Der Artikel, den ich schon die ganze Woche lesen wollte mit Empfehlungen von Matthias Keuschnigg für die Viennale

Mittwoch, 8. Oktober 2008

Beziehungstipps bei amazon?

Irgendwie ist mir bisher entgangen, dass sich von allen Seiten ausgereichnet amazon.de zu einem Forum für Beziehungs- und Lebenstipps entwickelt hat. (Ist bei den internationalen Seiten whrscheinlich ähnlich.) Klar, die Voraussetzungen sind günstig: die Seite wird von sehr, sehr vielen Menschen benützt, es gibt gute Anfangspunkte für "Gespräche" (wie nennt man eigentlich dieses Hin- und Herschreiben, wenn's nicht in einem Chat ist?) und man stellt nebenbei seine Interessen und Einstellungen zur Schau und seine Bedürfnisse. Durch die Rezensionsfunktion kann man seinem Kommentar zu jedem Buch abgeben, dass in D/CH/Ö zu kaufen ist und durch Wunsch- und Empfehlungslisten erstellt man indirekt ein persönliches Profil. Trotzdem wäre ich nie auf die Idee gekommen, dass Leute amazon zum Austausch über ihr Leben nützen so wie hier.

Und irgendwie scheinen es immer die gleichen Themen zu sein, die Menschen um Rat fragen lassen, die gleichen Antworten und die eigentlich erstaunliche Tatsache, dass es kaum allgemein anerkannte Autoritäten für solche Fragen gibt, oder warum sollte man sie sonst in die Weiten des Internets posten? Oder geht es eigentlich um etwas anderes, das simple Kommunizieren, Schreiben als Ersatz zum drüber Reden, wenn einem gerade niemand zuhört oder man bestimmte Dinge nicht mit Menschen besprechen will, die man kennt und mit denen man in drei Monaten auch noch zu tun haben wird? Seltsam, seltsam, ich wäre trotzdem nie auf die Idee gekommen, ausgerechnet amazon für diese Zwecke zu nutzen ...

Montag, 11. August 2008

Rediscovered Treasures


Sometimes you just have to move out of your room, rent it to your friend and return to it after she's moved out and you'll discover - the book you've wanted to read for years. Ok, one of the books, to be precise. You know, the one you've wanted to read since you found out it existed, you got from your bookstore or ordered it and that you put in the bag. Which you put ... somewhere. And that you can't find no matter how hard you are searching.

So I got re-united with Julian Barnes' Love, etc. a week ago. Don't be fooled by the title, this is not a cheesy romance. This is a sequel to Barnes' Talking it over which tells the story of a married couple and the man's best friend who falls in love with his wife (spoiler alert) and manages to win her over. Or rather, it lets the characters tell the story themselves. So you get three different characters, three different points of view that change and shift as the story unfolds. The two men are presented as contrasting characters, the serious, rational and a little boring guy vs. the dandy. The woman is shown as somewhat in between them. The book was fascinating - the trust, the voluntary breaking of trust, the deceit, but what interested me most was watching the woman falling out of love with her husband and falling in love with his friend oh so slowly. The aim to work against it, the secret, the guilt feelings etc. The only disadvantage is that it's a little predictable, you know witty Oliver will get Gill in the end. He's presented as verbally superior from the beginning though Stuart is presented in a likeable way as well. It's almost a fight of two principles, rationality vs. emotionality and naturally, emotions count more when it comes to love.

Love etc. sets off ten years later. Gill and Oliver have two children together, their marriage is in mediocre shape and Stuart returns from the States where he managed to establish himself as a self-made man dealing with organic food. And then the old animosities start again. Or don't they?

I've almost forgotten what an incredible eye for dialogues Julian Barnes has, in which detail he describes his characters and what they think (and feel). I've read the typical contraception debate hardly anywhere described in such a good way and the list of examples could go on and on. Ollie's sayings can still be intriguing at times, but frequently go on the readers' nerves, which is intended, of couse.

But apart from the quotes, the relationship and power struggles that start taking place are very, very fascinating to read in their own right.

Samstag, 12. April 2008

Wieder mal essen

Langsam wird's mir peinlich, alle meine Posts in letzter Zeit drehen sich ums Essen. Anscheinend komme ich außer Essen und Bewerben zu sonst nichts mehr. Nein, stimmt nicht, aber die anderen Sachen nehmen mit dem Tun schon genug Zeit in Anspruch, kann dann nicht auch noch darüber schreiben. Wie dem auch sei, habe vor einiger Zeit beim wunderbaren Zeitungsgeschäft am Westbahnhof - wo kann man sonst bis spät in die Nacht ungestört Zeitschriften lesen, die man sich sonst nie leisten könnte? - ein neues Opfer entdeckt. Real Simple. Ich nenne es immer "Das Magazin für Überforderte". Eine klassische spießige Frauenzeitschrift - richtig spießig, nicht wie die Brigitte oder so -mit Tipps, wie man das Leben erleichtern kann. Die klassischen Rubriken: Mode, Schönheit, Home & Organising, Geld, Gesundheit, Familie, Reisen, Kochen. Keine Sextipps, glaube ich. Bin mir nicht ganz sicher, ob das ein Zeichen von reaktionärer Haltung/Zielgruppe ist oder ob sie da drüber stehen. Da sie bei den praktischen Beispielen auch oft Alleinerzieherinnen haben, will ich mal an letzteres glauben. Oder es liegt daran, dass Sex das Leben tendenziell immer komplizierter macht.

So finden sich im Modeteil beispielsweise keine normalen Kleiderstrecken, sondern ein Team von 6 ModeexpertInnen (nicht nur vor der Zeitung, sondern auch von einem Museum für Modegeschichte etc.) sagt, welche der Trends dieser Saison sich länger halten werden und welche nicht. Wie die Lederbomberjacken z.B. genau aussehen müssen, damit man im nächsten Frühling nicht Zeit und Energie einsetzen muss um sich eine neue zu kaufen, damit man nicht hoffnungslos peinlich wirkt. Bei den Geldtipps sind, basierend auf einer Leserinnenbefragung, die sechs häufigsten Probleme anhand einer realen Person dargestellt und eine Expertin gibt Tipps, die eingeteilt sind in "Das können Sie sofort ändern" und "langfristig". Ich (als eine, die zu viel ausgibt) habe mich mal nur an den ersten Ratschlag gehalten, überschlagen, wie viel ich pro Woche ausgeben darf, die Summe eingesteckt und alles bar bezahlt. Ich bin nicht damit ausgekommen, aber es gelingt mir immer besser. Die gezielten Umwege um typische "Fallen", die man einmal erkannt hat, sind allerdings nicht so leicht, wenn man bei der Mariahilfer Straße wohnt.

Na, jedenfalls haben die auch immer 5 einfache Abendessen - wirklich einfache - in jeder Ausgabe sowie ein "Vorkochgericht", das sich gut aufwärmen lässt. Mit dazupassenden Einkaufslisten zum Ausschneiden. Und das alles auch im Internet. Und jetzt habe ich dort etwas gefunden, was ich schon immer gesucht habe, nämlich die Antwort auf die Frage, wie man Nudeln am besten aufwärmt. Mit und ohne Sauce. Super!

Mittwoch, 2. April 2008

Der beste Witz der Welt


Ja, wirklich.

Im Rahmen eines wissenschaftlichen Experiments haben zehntausende Menschen Witze eingeschickt und abgestimmt, welchen sie am besten finden. Das ist der Sieger (am besten am 15. des Monats um 18 Uhr weiterlesen):
http://www.richardwiseman.com/LaughLab/winner.html

Mir persönlich haben ja andere besser gefallen, aber es steht auch auf der Seite, dass es Witze gegeben hat, die bei bestimmten Gruppen besser angekommen sind. Dieser Witz wirkte aber insgesamt am besten.

Ziel der Studie, war herauszufinden, was einen Witz witzig macht,, ob Männer und Frauen Unterschiedliches witzig finden, wann die beste Zeit ist um Witze zu erzählen, etc.

Sehr interessant fand ich auch den Teil zu Humor in verschiedenen Ländern.

Mehr dazu unter http://www.laughlab.co.uk/

Montag, 17. März 2008

Lieblingskochbuch

Da wir beim letzten Mal schon beim Thema Essen waren: was bei mir fast noch mehr Zeit in Anspruch nimmt wie das Kochen ist die Suche nach Kochbüchern, denn nur die wenigsten halten, was sie versprechen. Hier also mein Liebling, den ich nach fast 10 Jahren endlich gefunden habe:

Margit Proebst: einszwei: Wok!

Das Buch hat viele Vorteile. Es ist
  • handlich
  • geht schnell (theoretisch dauern alle Rezepte 20 Minuten, praktisch brauche ich doch ein bisschen länger)
  • einfach - alles ist simpel erklärt, es sind nicht viele Arbeitsschritte vorgesehen, da man meist mit TK-Gemüse arbeitet
  • die Mengenangaben sind für zwei Personen - damit entfällt für mich das Umrechnen
  • bietet exotische Rezepte
  • und vor allem schmeckt es super! Viele Leicht-Kochbücher haben den Nachteil, dass die Sachen eher fad sind, hier im allgemeinen nicht.
Seit dem Buch macht sogar meinem Freund das Kochen Spaß! Und es hat uns dazu gebracht, einen Wok zu kaufen.

Am Anfang gibt's eine Technik-, Material- und Zutatenkunde, außerdem Vorschläge, wie frau/man sehr exotische Zutaten durch gebräuchlichere ersetzt, manchmal Vorschläge, wie man das Rezept noch variieren kann - was will mensch mehr?

Meine besondere Empfehlungen sind:
  • Erdnuss-Hähnchen-Curry
  • Hähnchen-Wok mit Bambussprossen
  • Rindercurry mit Fisolen
  • Brokkoli und Austernpilze
  • Seelachs mit Curry-Fenchel
  • Schweinefilet mit Brokkoli
  • Lamm mit Spinat
  • Spinat mit Safran-Zwiebeln
  • Couscous mit Datteln
  • Reisnudeln mit Asia-Gemüse
  • Safran-Gemüsereis mit Mandeln (die letzten drei sind auch ideal, wenn der Magen etwas verstimmt ist)
Hoppla, das ist jetzt bald ein Drittel der Rezepte! Aber deswegen ist es ja auch das Lieblingskochbuch.

Es gibt noch zwei andere Kochbücher aus der Reihe, einszwei: Kochen! - auch ganz nett, aber bei weitem nicht so viele asiatische Rezepte, deswegen von mir kaum verwendet, und einszwei: Backen! - das habe ich ncoh nicht probiert.

Sonntag, 16. März 2008

Leichtes Essen in schweren Zeiten ;-)


Manchmal gibt es Zeiten, in denen frau/man einfach zu nichts kommt. Uni, Lernen, Arbeiten, etwas vorbereiten, übersiedeln, renovieren, all das nimmt so viel Zeit und Energie in Anspruch, dass die notwendigsten Dinge wie Wäsche waschen nur noch mit Mühe gemeistert werden und eigentlich auch notwendige, aber ersetzbare Dinge wie Kochen völlig auf der Strecke bleiben. Da werden es dann Mikrowellengerichte und Pizzaschnitten und die Sehnsucht nach einer richtigen Mahlzeit wächst, aber der Aufwand ist einfach zu groß. Für diese Fälle will ich jetzt einige Rezepte sammeln, die einfach zuzubereiten und gut aufzuwärmen sind und lecker schmecken. Und idealerweise noch wenig kosten. Damit die Lebensqualität nicht ganz unter die Räder kommt.

Und hier mal das erste Rezept in der Serie:

Masoor Dal

für 4 Personen, ca. 20 Minuten, 220 kcal (wen's interessiert):

200 g rote Linsen (Masoor Dal) - gibt's in Säcken zu kaufen, z.B. am Naschmarkt oder beim Prosi in der Burggasse
1 Stück frischer Ingwer (ca. 3 cm)
1 TL Kurkuma
3 EL Ghee (oder Butterschmalz oder Öl)
1 TL Kreuzkümmelsamen (Cumin)
1/4 TL Chilipulver
1 TL Koriander, gemahlen
3-4 Stängel Koriander

Linsen mit 1l Wasser in Topf zum Kochen Bringen
Ingwer schälen, reiben, mit Kurkuma und Salz zu Linsen geben
Linsen 10 min bei mittlerer Hitze weich kochen, dann vom Herd nehmen

Ghee in Pfanne bei mittlerer Hitze erwärmen, Kreuzkümmel, gemahlenen Koriander und Chili 1 min unter ständigem Rühren anbraten - aufpassen, dass es nicht anbrennt, passiert recht schnell
Mit Linsen vermischen
Korianderblätter drüber streuen - fertig!

Beilagen: Reis, indisches Fladenbrot, Weißbrot

Lässt sich warm und kalt essen, mehrere Tage aufheben (am besten im Tupperware, sonst bildet sich oben eine Kruste). Einfrieren habe ich noch nicht probiert, geht aber sicher auch.

Es gibt unendlich viele Varianten von Masoor Dal, z.B. mit Tomaten, mit Kokosmilch, mit Zwiebeln oder auch mit Pak Choi, vielleicht poste ich noch ein paar. Außerdem gibt es das ganze auch als Suppe und es gibt es noch viele andere Dals, die auch sehr zu empfehlen sind. Ich habe dieses Rezept ausgewählt, da es relativ wenig Zutaten enthält und schnell geht, also mit wenig Aufwand verbunden ist und gut schmeckt. Außerdem ist es ein gutes Mitbringsel zu einem Fest, das sich mit allem kombinieren lässt. 5 Punkte!

Montag, 25. Februar 2008

Gastfreundschaftsgerät

Ich würd ja gern mal hier übernachten:


Aber was mach ich bloss in Ottensheim?

Ohne Worte


Mehr davon gibt's bei WebUrbanist.

Sonntag, 17. Februar 2008

Schreib-Orte

Man kennt das ja, manchmal wird einem die eigene Wohnung einfach zu eng. Besonders wenn man etwas dringend erledigen muss. Besonders wenn man mit anderen Menschen zusammen wohnt. In den eigenen vier Wänden gibt es immer etwas, das einen ablenken kann. Die eigene Musiksammlung. Das Fernsehen, das Internet, Briefe oder Emails, um die man sich kümmern sollte. Und es gibt garantiert immer Grund zum Aufräumen.

Gerade wenn man eigentlich den ganzen Tag oder zumindest ein paar Stunden frei hätte, um Dinge zu erledigen, eine Arbeit zu schreiben, zu lernen, Texte zu lesen, etwas auszuarbeiten, dann ist die eigene Wohnung machmal der Ort, an dem das am schwersten ist, selbst wenn es zu anderen Zeitpunkten manchmal ganz ausgezeichnet funktioniert. Und dann ist die Zeit vorbei und man macht sich Vorwürfe, weil man zu wenig getan hat.

Außerdem vermittelt einem das Arbeiten daheim manchmal das Gefühl, nie wirklich Freizeit zu haben.

Als ich mich mit den Mitgliedern meiner Schreibgruppe immer wieder zum Diplomarbeit-Schreiben getroffen habe, haben wir begonnen, öffentliche Schreiborte zu suchen, an denen wir uns treffen können. Orte zum Lesen, zum Schreiben, zum Denken.

In der kalten Jahreszeit lassen sich die im wesentlichen in zwei Gruppen einteilen: Cafes und Bibliotheken. Die Vor- und Nachteile liegen auf der Hand. In einem Cafe wird es nie so ruhig und ungestört sein wie in einer Bibliothek, es ist teurer, und man muss die Materialien mitnehmen, während sie in einer Bibliothek oft vor Ort sind. Dafür kann man dort besser reden, rauchen und quälenden Hunger- und Durstgefühlen schneller entgegen steuern. Und manche mögen ein lebendiges Treiben um sie herum lieber als die Ruhe einer Bibliothek. Ein großes Minus in vielen Bibliotheken ist für mich, dass ich keine Taschen in die Lesesäle nehmen darf und daher gezwungen bin, meine teilweise ziemlich vielen Schreibutensilien und Unterlagen rauszusuchen und so rein zu tragen. Meistens vergesse ich dann etwas und muss noch mal raus. Positiv könnte man dazu aber auch sagen, dass das einen strukturierenden Effekt haben kann, da man sich vorher überlegen muss, was man machen will und die entsprechenden unterlagen raussuchen.

Bei den Öffnungszeiten ist es ziemlich unentschieden. Während extrem früh und extrem spät (vor 9 bzw. nach 21 Uhr, viele schon früher) sowie am Wochenende Bibliotheken geschlossen sind, sind viele Cafes zwar offen, allerdings zu Mittag und am Abend so voll und laut, dass sie als Schreiborte auch nicht geeignet sind. (Ausnahmen bestätigen die Regel.)

Während die Bedingungen, abgesehen von den Öffnungszeiten, in den meisten Bibliotheken ähnlich sind, unterscheiden sich die Arbeitsbedingungen in den Cafes doch stark. Daher haben wir uns gemeinsam aufgemacht und im Rahmen unserer Schreibtreffen immer wieder neue ausprobiert. Die Ergebnisse möchte ich in einer kleinen Serie zusammenfassen.

Ich beginne mal mit den Bibliotheken, weil die am einfachsten sind:

Lesesaal der Nationalbibliothek
Der Klassiker mit den besten Öffnungszeiten. Zentral gelegen, Steckdosen. Wenn man Glück hat, bekommt man einen Tisch mit einem schönen Ausblick. Mehrere Lesesäle, Kaffeeautomat, Tageszeitungen. Und es gibt eine Kantine im Haus, so dass z.B. fürs Mittagessen gesort ist.
Die Garderobekästchen funktionieren mit 2-Euro-Münzen.
Einziger Nachteil: Die Benutzung ist nicht kostenlos, man muss entweder eine Tageskarte zu 1,50 oder eine Jahreskarte für 10,-. Bei größeren Schreibprojekten zahlt sich das aber sicher aus.

Bibliothek in der Akademie der Bildenden Künste


Habe ich erst kürzlich entdeckt, sehr schöner Lesesaal und freundliches Personal. Tische mit Steckdosen. Man kann auch einzelne Kopien machen ohne eine Karte kaufen zu müssen.
Die Garderobekästchen funktionieren mit 1-Euro-Münzen.
Added Bonus: Sehr gute Cafeteria im Erdgeschoss während der ganzen Öffnungszeiten.

Hauptbibliothek am Urban-Loritz-Platz
Kein eigener Lesesaal sondern an den Rändern der Bibliothek Reihen mit Tischen, daher nicht ganz so ruhig wie in anderen Lesesälen, aber auch nicht extrem laut. Vorteil: Man muss seine Sachen nicht abgeben, für etwas unorganisiertere Naturen daher besser geeignet.
Kulinarische Versorgung: Es gibt ein Restaurant am Dach, das sprengt die Börse aber ziemlich (weiß nicht, wie es mit Mittagsmenüs aussieht). Die Terasse ist wegen des Windes, der meistens dort geht, auch nicht gut zum Schreiben geeignet. Es gibt aber viele Kebab- und Würstelstände in der Gegend und der Running-Sushi-Laden in der Lugner-City hat sogar den Standard-Test gewonnen und da sieht das Preis-Leistungsverhältnis zumindest tagsüber unter der Woche deutlich besser aus. Dafür hat das Canetti natürlich die bessere Lage ...

Lesesäle in der Hauptbibliothek der Uni Wien
Verschiedene Lesesäle, einige moderne, ein alter, sehr großer, der schon imposant aussieht. Bin nie wirklich warm damit geworden, je weiter es vom Garderobenkastel zum Lesesaal ist, umso mehr sinnlose Kilometer muss ich machen, daher nervt mich das immer. Auf jeden Fall sehr gut besucht. Die Öffnungszeiten (unter der Woche bis 21.45, am Samstag bis 18 Uhr) sind auch ungeschlagen.

Bibliothek des Instituts für Soziologie
Sehr unkompliziert, man kann seine Sachen in einen Spind hängen, muss aber nicht, dafür gibt es keinen eigenen Lesesaal, sondern Tischreihen, innerhalb der Bibliothek. Das macht das Ganze natürlich ein bisschen lauter (geht aber schon) und besonders am Nachmittag kann's dann auch recht voll werden. Tages- und Fachzeitungen liegen auf und sogar eine Kinderecke gibt es! Und sehr nettes, kompetentes Personal, das einem gerne weiter hilft.

Bibliothek des Instituts für Anglistik
Kein eigener Lesesaal, sondern Tischreihen innerhalb der Bibliothek, sehr ruhig, da das Bibliothekspersonal streng darüber wacht. Die Wände und die Regale sind ganz in weiß gehalten, hat dadurch und durch die Ruhe eine fast schon medidative Wirkung auf mich, kann mich kaum irgendwo anders so gut konzentrieren.
Jacke und Taschen darf man nicht mit hinein nehmen, es gibt die Möglichkeit, sie im Regal beim Eingang zu deponieren oder in einem Spind einzuschließen. Schlüssel dafür bekommt man gegen Vorlage des Studentenausweises.
Es gibt einen Kaffee- und Getränkeautomaten vor der Bibliothek, aber drinnen sind Getränke nicht erlaubt. Wie in allen anderen Bibliotheken übrigens auch nicht. Wem das nicht zusagt, dem bleiben eben nur Cafes.

Wenn ich das gewusst hätte ...


Bin gerade dabei umzuziehen und dabei auch in der alten Wohnung alles in Ordnung zu bringen. Hätte das eigentlich machen sollen, während ich noch dort wohnte, hatte aber immer Angst, dass es zu teuer wird und es war mir irgendwie zu umständlich. Habe mich so monatelang mit Behelfslösungen durchgewurschtelt, vielleicht kommt dies dem einen oder anderen ja bekant vor.

So ist z.B. der Geschirrspüler immer hängen geblieben und hat endlos gespült. Ein Bekannter, der sich ein bisschen mit technischen Geräten auskennt und den ich gefragt habe, meinte, da stimmt wahrscheinlich etwas mit der Elektronik nicht und da müsste man wahrscheinlich ein neues Gerät einbauen (ist eine Einbauküche). Habe daher nichts gemacht, zum einen weil ich Angst vor der Rechnung hatte und zum anderen weil ich ohnehin nicht gern mit Handwerkern zu tun habe.

Habe nun einen Handwerker vom Reparaturnetzwerk kommen lassen.
Was soll ich sagen, er war sehr nett, hat eine halbe Stunde an meinem Geschirrspüler herum geschraubt, einen Klumpen Knetmasse (wahrscheinlich noch von meinem Vormieter, der hatte ein kleines Kind) gefunden, der die Pumpe verstopft hatte und seit dem läuft er wieder wie eine eins. Das Ganze hat mich 50,- gekostet.

Als ich gesehen habe, wie einfach und günstig das war, war ich auf der einen Seite froh, auf der anderen habe ich mir die Haare gerauft: ICH HABE EIN JAHR UMSONST ABGEWASCHEN!!!
Ich konnte es nicht fassen.
Diese Geschichte als Tipp und als Warnung, damit Ihnen nicht ähnliches passiert.

Mittwoch, 23. Januar 2008

Generation Sexkoffer in Österreich = Generation Apokalypse in Deutschland

Unlängst ist ja im Löckerverlag die Essaysammlung "Generation Sexkoffer" erschienen, über Menschen, die zwischen 1965 und 1975 geboren sind und daher ihre Jugend in dern 80er Jahren verbracht haben.

Die deutsche Perspektive ist da ein bisschen anders, in einem Stern-Artikel werden Menschen, die um 1973 geboren sind, als "Generation Apokalypse" bezeichnet. Gefunden in diesem Blog, und dem Kommentar des Autors ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen:

Generation Apokalypse

Ich habe es eigentlich immer gewusst:
Ich gehöre zur Generation Apokalypse, da ich 1973 geboren bin
Darüber klärt mich der STERN auf, den ich zitiere:

"Lüderitz weist auf das Hauptproblem der so genannten „Generation Apokalypse“ hin: „Nuklearer Winter, eine neue Sintflut, Armageddon – alles Peanuts für diese Leute. Die wahre Katastrophe für sie ist, dass die Welt nicht untergeht, dass sie nicht darauf vorbereitet sind, ein alltägliches Leben zu führen. "

Das ist allerdings tragisch, wenn man in der Freizeit damit beschäftigt war, Filme wie "Day after", "Apocalypse now" zu schauen, Tschernobyl-Unglück zu verarbeiten, Benefiz-Musik von Band Aid zu hören oder sich um AIDS-Prävention Gedanken zu machen.

Die Lage ist hoffnungslos, aber nicht ernst.

Wie wahr!

Umsonstkino gestern in der i:da


War gestern wieder in der i:da, um mir einen Film anzusehen. Gezeigt wurde dann nicht der, der angekündigt war (einer über den amerikanischen Underground), sondern Persepolis und Prinzessinenbad. Auch nicht schlecht.

Persepolis hatte ich auf der Viennale in französisch mit Untertiteln gesehen - die Untertitel oft weiß auf weiß - denkt da eigentlich überhaupt niemand mit? - und daher die Details nicht so mitbekommen. War super, denn wieder auf deutsch zu sehen. Intelligent, witzig, kritisch, menschlich, und schön gezeichnet. Eine absolute Empfehlung.


Prinzessinenbad hatte einige Längen, aber es war schon fesselnd, den drei Mädchen beim Leben zuzusehen und vor allem zuzuhören. Hat mich stark an meine eigene Pubertät erinnert, auch wenn sich sicher in der Zwischenzeit einiges geändert hat, aber diese Orientierungslosigkeit, was die Zukunft betrifft, der Versuch, sich zu behaupten und einen Platz zu finden, sowie das Experimentieren mit ersten Beziehungen und sexuellen Erfahrungen war doch sehr ähnlich. Allerdings gehören die drei (innerhalb eines Unterschichtkosmos) dann doch eher zu den coolen Mädels, die gestylt sind, Freundinnen haben, Party machen und da auch gut ankommen, waren so gesehen mehr wie ich gern gewesen wäre als wie ich war. Was auch nicht vorhanden war, waren irgendwelche gesellschaftskritischen Ansätze, aber damit sind sie ja sehr typisch.

Sehr sympathisch auch ihre Mütter, die sich ehrlich Mühe zu geben scheinen und mit ihnen eine ganz gute Gesprächsbasis haben. Allerdings werden sich die Mädels aufgrund ihrer schlechten Ausbildungen später wahrscheinlich genauso von Tag zu Tag durchschlagen müssen wie sie.

Gut war auf jeden Fall, dass der Film Jugendliche unterer sozialer Milieus nicht so einseitig negativ darstellt, wie das teilweise in österreichischen Filmen geschehen ist, sondern auch die positiven Aspekte zeigt, die Vitalität und die Lebensfreude. Manchmal hatte ich bei den Aufnahmen der drei hübschen jungen Mädels und der Präsentation ihrer Körper ein bisschen ein voyeuristisches Gefühl, das Gefühl, dass man sie nicht so zeigen sollte, dass das ein bisschen ein ausbeuterisches Element hat. Andererseits präsentieren sie sich selbst so. Schwierig. Vielleicht bin ich da auch übersensibel durch das "Geschichte des Blicks"-Seminar.

Für die, die sie noch nicht gesehen haben, hier noch Links zu Filmbeschreibungen und Kritik:

Persepolis

Prinzessinenbad

Precarious eating continued


Haben am Sonntag das Diät Ratatouille versaut, so dass mensch es nicht essen konnte (zu viel Essig). Waren dann ausgehungert und aggressiv. Sind ins Kino und haben uns jeder eine Packung Chips und einen Eistee gekauft, nachher waren wir noch in einem Restaurant und haben etwas Kleines (Fettes) gegessen. Soviel zu unserer Diät.

Im Ernst, wir haben vor, einige der Hauptspeisen aus dem Buch plus Beilagen einmal zu probieren. Wenn wir Zeit zum Kochen haben, also irgendwann. Die Mengen fürs Frühstück haben wir verdoppelt, haben dabei aber vergessen, dass die Früchte dafür ja auch reif sein sollten, und dann wieder nicht gegessen (zumindest ich nicht). Außerdem war eine Verdoppelung der Portionen dann doch etwas groß - allerdings längst nicht so absurd wie die Originalangaben.

Dafür haben wir uns gestern im Fitness-Club angemeldet und eine schöne Mappe bekommen. Ich habe ein mulmiges Gefühl.

Da haben wir übrigens auch eine Ernährungsberatung

Sonntag, 20. Januar 2008

Fitness?

T und ich tragen uns auch schon lange mit dem Gedanken, uns in einem Fitness-Center anzumelden, genauer genommen schon seit Jahren. Ich war schon mal in einem, aber da ich mich dort nicht wohl fühlte und mich allein generell schwerer aufraffen kann, war das nur ein kurzes Gastspiel. Seit Monaten haben wir nun hin- und herüberlegt und und diskutiert, welches Fitness-Center am besten geeignet wäre für uns, Bücher, Zeitschriften und Internetseiten durchsucht, Freunde gefragt usw. Ich hab mir einen Club gewünscht, der ein nettes Ambiente hat, da ich weiß, dass ich sonst nicht hingehe. Da ich maximal unsportlich bin, kommt für mich, zumindest für den Anfang und weiter bin ich ja nie gekommen, nur Radfahren in Frage, alles andere ist mir zu peinlich (Straucheln und Schwitzen beim Laufband, Krafttraining mit 2 kg usw.) Bloß keine Vorturner, ich bekomm die Bewegungen doch sowieso nie rechtzeitig mit. Und dieser Tonfall, eine Mischung aus Scientology und Kasernenhof, kann mir auch gestohlen bleiben.

Und für die langsamen Sachen bin ich nicht beweglich genug, kann nicht genug das Gleichgewicht halten etc.

Unlängst habe ich festgestellt, dass die einzige Gymnastik, bei der ich mich nicht geniere, Wassergymnastik ist. Da
a) komme ich nicht so ins Schwitzen und
b) sieht mich keiner. Hurra!

Aber Fitness-Center, die ein Schwimmbecken haben und daher Wassergymnastik anbieten können, sind selten und teuer, daher hab ich das eh abgeschrieben. Nur ein angenehmes Ambiente mit vielen Fahrrädern war mir wichtig.

T wünscht sich eine Mischung aus Kraft- und Konditionstraining ohne Schnickschnack. Bloß kein Lifestyle-Club, wo alle ihre gelifteten Körper spazieren führen. Nein, darum geht's nicht, und zum Sporteln zieht man seine ältesten Sachen an, denn sonst ist man sowieso nur Möchtegern-Sportler. (T kommt aus einer Familie von Sportfanatikern, er glaubt, das zu wissen.) Und das Wichtigste ist eine gute medizinische Beratung. (Dagegen hätte ich natürlich auch nichts.) - Naja, und dann ist da ja noch die Tatsache, dass wir so an der Armutsgrenze leben, die die Suche nach einem Fitness-Center auch nicht gerade vereinfacht.

(Mir soll jetzt bloß keiner vorschlagen, einen USI-Kurs zu machen. Zwischen lauter SportstudentInnen und sportlichen Akademikern. Mehr Komplexe hatte ich bloß noch in der Schule.)

Uns graute vor der Vorstellung, eine teure Mitgliedschaft abzuschließen und dann nur dreimal hinzugehen. Nach langem Überlegen dachte T daran, zu Kieser zu gehen, ich wusste nicht wohin, das von mir anvisierte Studio zu teuer war. Vor 2 Monaten haben uns dann Freunde erzählt, dass es im Elixia die Möglichkeit gibt, eine Monatsmitgliedschaft abzuschließen und wir dachten, das klänge ganz gut.

Gestern hatten wir dann einen Termin für ein Beratungsgespräch im Elixia Millenium City. Das Umfeld ein Wahnsin, schlechter sortierte Buchhandlungen und hässlicher gestaltete, vollgeramschtere Shops habe ich noch nie gesehen, was die Massen nicht davon abhielt, von Geschäft zu Geschäft zu strömen und so den Eindruck der Überfülltheit noch zu verstärken.
Endlich den Lift gefunden, hinaus in luftige Höhen und über einen Steg zum Elixia, der mir trotz der Glaswände Höhenangst verursachte. Na gut.

Innen war es dann aber überraschend angenehm, schön eingerichtet, mit Blick über Wien (bzw. was man von dort davon sieht), hell, geräumig, sogar mit zwei Schwimmbecken. Und der Berater versuchte nicht, uns was anzudrehen! Das war bei meiner letzten Erfahrung ganz anders. Eine Viertelstunde später gingen wir wieder und waren echt positiv überrascht.

Als wir nach Hause kamen, fand ich ein Werbeschreiben von Kieser im Postkasten, das uns mitteilte, dass ausgerechnet an dem Tag der Tag der offenen Tür war. Wir beschlossen, Kieser auch noch eine Chance zu geben und fuhren hin.

Dort angekommen, schleppten wir uns die Treppe hinauf. Der Anblick machte uns sprachlos. Vor uns bereitete sich ein mittelgroßer Raum mit Fabrikshallenbeleuchtung aus, der Krafttrainingsgeräte enthielt, die anscheinend vor allem von PensionistInnen, Reha-PatientInnen benutzt wurden. Für mich war es ein Bild des Jammers. Und es sah so aus, wie T sein ideales Fitness-Center beschrieben hatte. Kein Schnickschnack, Konzentration auf das Wesentliche, fundiertes Programm ohne Schickimickis. (An jeder Maschine war aufgezeichnet, wie man sie benutzte und welche Muskelgruppen dadurch trainiert wurden.) Wir wanderten kurz durch und ich begann mir Sorgen zu machen, ob ihm das nicht besser gefallen würde. Doch als wir hinaus gingen, sagte er nur. "Du hast gewonnen. Ich hätte nie gedacht, dass mir das Ambiente wichtig ist."

Anmerkung: Die hier gezeigten Werbefotos geben das Ambiente von Kieser, das vor allem durch die unbarmherzigen Neonröhren gekennzeichnet ist, nicht angemessen wieder. Das kann man sich nicht vorstellen, wenn man nicht dort war.

Prekär essen


T und ich machen seit gestern eine Diät. Nach dem "Kaloriensparbuch" - habe alle Abnehmratgeber in der Buchhandlung einer 2stündigen Prüfung unterzogen und dann den gekauft, der am besten aussah. Also den, in dem die Rezepte lecker klangen, schön aussahen, aus relativ wenigen, einfach zu besorgenden Zutaten bestehen und angeblich nur 20 Minuten brauchen.

Gestern sind wir also in den Supermarkt und haben Lebensmittel für die ersten 2 Tage gekauft. (Das Buch macht Vorschläge für Frühstück, Snacks und Hauptspeisen + Kalorienangaben, für die erste Woche ist zur Gewöhnung ein Menüplan zusammengestellt.) Das interessante ist, dass wir viele Sachen gekauft haben, die wir normalerweise nie essen. Rote Rüben-Salat z.B. oder Sojasprossen. Walnussöl. Buttermilch (sättigt angeblich besonders, doch dazu später mehr).

Angeblich gibt es ja eine Studie, dass die meisten Leute im Alltag immer nur zwischen 10 Gerichten wechseln und bei uns könnte das auch hinkommen.
Spaghetti mit
- Thunfischsauce
- Fleischsauce
- Pilzsauce
- Gemüsesauce
Safranrisotto
Geschnetzeltes (mit Reis)
Curry (meistens mit Hühnerfleisch)
Gemüsereis
Fischfilet mit Reis

Sagte ich zehn?

Manchmal erklärt T, er hätte genug von Nudeln oder Reis und isst dann eine Woche nur Brote oder Salat mit Brot. Und ich ärgere mich dann und hole mir Junk Food. Das tue ich natürlich sonst auch. Oder ich gehe in die Mensa - buäh. In der Not frisst die Teufelin Fliegen.

So gesehen ist es ganz gut, dass mal Abwechslung auf dem Speiseplan steht. Dass allerdings fünf Mahlzeiten vorgesehen sind, von denen 2 bis 3 etwas aufwündiger sind, ist nicht gerade praktisch. Aber deswegen haben wir auch am Wochenende angefangen. - Am Ende standen 49,90 auf der Rechnung. Für 2 Tage! Da könnten wir gleich eine Luxusrestaurant-Diät machen.

Ein weiteres Problem ist, dass die Gerichte beim besten willen nicht satt machen. Nicht nur, dass wir jetzt pleite sind und stundenlang in der Küche stehen, wir sind auch noch hungrig! Das Buch hat uns nämlich darüber aufgeklärt, dass nicht nur die Sachen, von denen wir es ohnehin angenommen haben, wie Schweinsbraten, Schokolade und Chips viele Kalorien haben, sondern auch unsere üblichen Beilagen Nudeln, Reis und Brot. Bin gespannt, wie lange wir das durchstehen. (Ok, ich muss zugeben, ich hab mir heute, am zweiten Tag, bei der ersten Gelegenheit, nämlich in der Arbeit, gleich einen großen Cafe Latte und einen Schokomuffin gekauft. Aber vielleicht gelingt es mir, meine Ernährung insgesamt ein bisschen umzustellen.)

Schlecht schmecken die Sachen übrigens tatsächlich nicht. Besonders nett finde ich die Vorschläge fürs Frühstück, da meine Essensroutine da noch monotoner ist als bei den Hauptspeisen:
Daheim: Käsebrot
Auswärts (meistens): Topfengolatsche, Schocroissant, Pariser Kipferl (wenn ich figurbewusst sein will)
Ursprünglich war mein Neujahrsvorsatz ja Käsebrot statt Topfengolatsche auch an den Tagen, an denen ich arbeite, aber das hat merkwürdigerweise nicht funktioniert. Ich habe es einfach nicht geschafft, an den Arbeitstagen früh genug aufzustehen, um noch daheim zu essen. Vielleicht hatte ich auch keine Lust, ich weiß nicht. Heute hingegen bin ich gleich beim ersten Klingeln um 6.30 aus dem Bett, weil ich wusste, dass sich das Frühstück sonst nicht ausgeht. Hat mir auch sehr gut geschmeckt, hier das "Rezept":

1/2 Becher (100 g) Joghurt + 2 EL Haferflocken, 5 min einweichen lassen, dann 1 Banane (zerdrückt oder in Scheiben geschnitten) + 3 Datteln, in Stücke geschnitten, dazu. War ungewohnt, keinen zusätzlichen Zucker zu verwenden, aber trotzdem echt lecker.

Mittwoch, 16. Januar 2008

Der oppositionelle Blick


habe ein Referat über den Text "Der oppositionelle Blick" von bell hooks gehalten.

hooks, bell. „Der oppositionelle Blick“, hooks, bell. Black Looks: Popkultur, Medien, Rassismus, Berlin 1994, S. 145-165.


Sehr spannender Text, in dem sie auf das Verhältnis afroamerikanischer Frauen zum Mainstream-Film eingeht, darauf, wie sie dargestellt wurden und werden und insbesondere auf ihre Position als Betrachterinnen, die sich von der weißer Frauen und der afroamerikanischer Männer unterscheidet.

Anders als Laura Mulvey in ihrem Artikel "Visuelle Lust und narratives Kino" (1975) strebt sie nicht die "Zerstörung der visuellen Lust" an, also die Zerstörung der Lust am Betrachten von Mainstream-Filmen, nachdem mensch erkannt hat, wie sie mit diskriminierenden Klischees die patriarchale Vorherrschaft fördern. Statt dessen plädiert sie für eine andere Lust am Betrachten, eine, die nicht durch Identifikation entsteht, sondern durch kritisches Sehen, Diskutieren, die Lust am Nein-Sagen und am Widerstand gegen den herrschenden Diskurs. Und führt dabei Beispiele aus ihrem Leben und ihrem Umfeld an.

Ist einerseits ein guter Ansatz und erhöht die Wahrscheinlichkeit, Leute anzusprechen, schließlich ist hooks nicht nur Wissenschafterin, sondern auch politische Aktivistin. Sehr angenehm ist auch ihr konkreter, leicht verständlicher Schreibstil, der geeignet ist, ein breites Publikum zu erreichen, aber akademische Leser_Innen auch nicht langweilt. Außerdem ist es immer sehr angenehm, wenn Philosoph_Innen oder Kulturwissenschafter_Innen von Beobachtungen ausgehen, anstatt sich zu 90 % auf abstrakte, verallgemeinernde, ahistorische (und womöglich noch unbewiesene) Theoriegebäude, wie z.B. die Psychoanalyse zu stützen.

Informationen zum Leben und Werk von bell hooks gibt es hier:
http://de.wikipedia.org/wiki/Bell_hooks
http://en.wikipedia.org/wiki/Bell_hooks

und hier ein Video mit einigen ihrer Überlegungen
http://www.youtube.com/watch?v=I0whHz7PLGY

Sie schließt ihren Artikel mit einer Analyse einiger Werke von kritischen afroamerikanischen Filmemacherinnen. Ich war ziemlich enttäuscht, als ich feststellte, dass es von den Regisseurinnen, die sie in ihrem Artikel erwähnt hat, nur eine in den Videotheken meines Vertrauens (81/2 und alphaville) gibt, und von dieser gibt es nur einen Film (Julie Dash: Daughters of the Dust in der alphaville). Da ist Wien doch noch recht schlecht ausgestattet. Als ich darüber nachdachte, fiel mir auf, dass sich auch die Viennale, die sich doch immer wieder allen möglichen eher vergessenen Ecken der Filmlandschaft widmet, noch nie (bzw. nicht in den 10 Jahren, an die ich mich erinnern kann) etwas über afroamerikanische Regisseurinnen gemacht hat. Männliche afroamerikanische Regisseure, ja. Weibliche nein. Da ist der oppositionelle Blick wirklich bitter nötig.