Samstag, 29. Dezember 2007

Google will eat itself

Bin beim Übersetzen eines Textes übe Cyberfeminismus und Kunst für ein Buch auf die Künstlerin lizvlx gestoßen.

www.ubermorgen.com


Eine Beschreibung eines ihrer Projekte findet sich auch in diesem Artikel aus der taz:

Eine Kostprobe aus dem Artikel:

Hans Bernhard, die eine Hälfte von ubermorgen.com, erklärt: "Es geht uns darum, das absolute Monopol von Google vorzuführen. Denn Google ist ein Synonym geworden für 'Suche', 'Interface', 'Dienstleistung' und 'Information'. So einen Giganten kriegst du nur durch die subversive Strategie parasitären Verhaltens in die Knie. Wir sind so ein Parasit, wir saugen Google von innen her aus."

Das funktioniert so: Google verdient vor allem damit Geld, kontextabhängige Werbeplätze auf Websites (AdSense) zu vermitteln. Werbung von Motorola etwa platziert Google auf der Seite eines Werbeplatz-Anbieters, auf dessen Seite es um Handys geht. Google ist also nur Mittler, kassiert Geld vom Werbekunden, zahlt aber auch an ebenjene Website-Betreiber, die AdSense auf ihrer Seite zulassen - bis zu einem Dollar pro Klick auf den Werbelink. Und hier dockt GWEI an: als ein komplexes Programm, das Google Klicks auf AdSense vorgaukelt. Und Google zahlt. Monatlich trudeln Schecks bei ubermorgen.com ein. Und die Künstler reinvestieren sofort: in Google-Aktien. Das Ziel ist: Irgendwann Google komplett zu besitzen. Nach derzeitigen Berechnungen wird das noch 3.443.287.037 Jahre dauern, aber der Anfang ist gemacht: GWEI hält zurzeit 45 Google-Aktien.

In einem anderen Projekt anlässlich der US-Wahl 2000 wollten sie WählerInnen ihre Stimme abkaufen und haben deswegen schon Ärger mit US-Medien und Anwälten bekommen. Großartig.

Mensch trifft selten auf eine Kritik an herrschenden Verhältnissen, die so intelligent und so treffend ist. Hat mir viel Spaß gemacht, muss mir noch anschauen, was sie jetzt so am Laufenden haben.

Dienstag, 27. November 2007

Vereine und Freiräume

Mir fällt auf, dass ich mich in letzter Zeit fast nur noch auf Veranstaltungen von Vereinen aufhalte (v.a. kukuma und i:da), oder in Lokalen, die so halb-kollektiv geführt werden, die (innerhalb eines thematisch abgesteckten Rahmens) einen Freiraum anbieten, wenn jemand etwas veranstalten möchte (Werkzeug H und z.T. noch fluc - das ist mir im Winter allerdings meist zu schlecht erreichbar oder irgendwie nicht gemütlich genug, obwohl sie tolle Veranstaltungen haben).

Ab und zu gehe ich zwar schon noch mal in den Elektro Gönner oder Kaffee trinken, aber meistens finde ich, wenn ich das kommerzielle Veranstaltungsprogramm durchsehe, gar nichts Interessantes, auch wenn ich Lust habe weg zu gehen. Außerdem spricht mich die familiäre, lockere Stimmung in Vereinen mehr an und dass es kommunikativer ist als anderswo.

Und dass eine Gegenöffentlichkeit geschaffen wird, in der es, wenn mensch etwas auf die Beine stellen will, nicht "haben Sie die nötigen Qualifikationen/Erfahrungen/Referenzen?" und "Gibt es dafür ein Publikum? Zahlt sich das aus?" heißt, sondern "Klar, probieren wir's!". Da hat mensch auch einen Raum zum Leben und zum Gestalten, anstatt immer nur in der Warteschleife zu kreisen. (Ich glaube, ich bin ein bisschen geschädigt von meinen Bewerbungsgesprächen).

Gut finde ich auch, dass die alternativen Vereine so oft zusammenarbeiten, weniger dogmatisch sind und viel weniger ihr eigenes Süppchen kochen, als dies, meinem Eindruck nach, noch vor einigen Jahren der Fall war.

Beispiele dafür sind:

Kukuma (KunstKulturMedienAlternative)
http://kukuma.info/de/panel/start
Der nette Hippieverein, der nicht auf Hippieveranstaltungen beschränkt ist.
Meistens im Kaleidoskop (Schönbrunner Straße 91 / U4 Pilgramgasse)
Es gibt jeweils eine Gruppe, die schreibt, malz, fotografierz, Jam Sessions machz, eine Impro-Theater-Gruppe, Filmabende, ein Zeitungsprojekt und vor allem viele, viele Feste :-)
Veranstaltungen meist von Donnerstag bis Samstag, manchmal auch Sonntags Cafe Kukuma zum Chillen am Ende der Woche.

i:da
http://ideedirekteaktion.at/
Eher punkig angehaucht
Legendär ist das Umsonst-Kino jeden Dienstag - mit interessanten Filmen und Dokumentationen und einer ausgezeichneten Vokü
Es gibt regelmäßige Gruppen / Treffen zu Tierrechten, alternativem Wohnen, politischem Aktivismus und viele Konzerte.
Adresse: Zwölfergasse 9, 1150 Wien (hinterm Westbahnhof)

Andere Vereine, bei denen ich noch nicht war, die ich aber demnächst heimsuchen möchte, sind:

Einbaumöbel
http://einbau.action.at/

Freiraum
www.freiraum.at.tt
Setzt sich allgemein für mehr Freiräume ein, konkret derzeit vor allem auf der Uni

Keine Uni
http://not.priv.at/keineuni/Hauptseite
Für freie Bildung!

Subterrarium
http://subterrarium.blogs.sonance.net/
Verein zur Förderung und Vernetzung experimenteller Kunstformen

lolligo
http://www.lolligo.net/
Ein Verein für Menschen mit Kindern - ok, den besuch ich, falls ich mal Kinder haben sollte. Finde es aber super, dass es so etwas gibt.

Es gibt natürlich noch viel mehr Vereine, ich werde die Liste ergänzen, wenn mir andere unterkommen oder wenn ich ein paar Mal bei einem dieser Vereine war und mehr dazu sagen kann.

Vereine und Freiräume

Mir fällt auf, dass ich mich in letzter Zeit fast nur noch auf Veranstaltungen von Vereinen aufhalte (v.a. kukuma und i:da), oder in Lokalen, die so halb-kollektiv geführt werden, die auch (innerhalb eines thematisch abgesteckten Rahmens) einen Freiraum anbieten, wenn jemand etwas veranstalten möchte (Werkzeug H und z.T. noch fluc - das ist mir im Winter allerdings meist zu schlecht erreichbar oder irgendwie nicht gemütlich genug). Ab und zu gehe ich zwar schon noch mal in den Elektro Gönner oder mal einen Kaffee trinken, aber meistens finde ich, wenn ich das kommerzielle Veranstaltungsprogramm durchsehe, gar nichts Interessantes, auch wenn ich Lust habe weg zu gehen. Außerdem spricht mich die familiäre, lockere Stimmung in Vereinen mehr an und dass es kommunikativer ist als anderswo.

Und dass eine Gegenöffentlichkeit geschaffen wird, in der es, wenn mensch etwas auf die Beine stellen will, nicht "haben Sie die nötigen Qualifikationen/Erfahrungen/Referenzen?" und "Gibt es dafür ein Publikum? Zahlt sich das aus?" heißt, sondern "Klar, probieren wir's!". Da hat mensch auch einen Raum zum Leben und zum Gestalten, anstatt immer nur in der Warteschleife zu kreisen. (Ich glaube, ich bin ein bisschen geschädigt von meinen Bewerbungsgesprächen).

Gut finde ich auch, dass die alternativen Vereine so oft zusammenarbeiten, weniger dogmatisch sind und viel weniger ihr eigenes Süppchen kochen, als dies, meinem Eindruck nach, noch vor einigen Jahren der Fall war.

Beispiele dafür sind:

Kukuma
http://kukuma.info/de/panel/start
Der nette Hippieverein, der nicht auf Hippieveranstaltungen beschränkt ist.
Meistens im Kaleidoskop (Schönbrunner Straße 91 / U4 Pilgramgasse)
Es gibt jeweils eine Gruppe, die schreibt, malz, fotografierz, Jam Sessions machz, eine Impro-Theater-Gruppe, Filmabende, ein Zeitungsprojekt und vor allem viele, viele Feste :-)
Veranstaltungen meist von Donnerstag bis Samstag, manchmal auch Sonntags Cafe Kukuma zum Chillen.

i:da
http://ideedirekteaktion.at/
Eher punkig angehaucht
Legendär ist das Umsonst-Kino jeden Dienstag - mit interessanten Filmen und Dokumentationen und einer ausgezeichneten Vokü
Es gibt regelmäßige Gruppen / Treffen zu Tierrechten, alternativem Wohnen, politischem Aktivismus und viele Konzerte.
Adresse: Zwölfergasse 9, 1150 Wien (hinterm Westbahnhof)

Andere Vereine, bei denen ich noch nicht war, die ich aber demnächst heimsuchen möchte, sind:

Einbaumöbel
http://einbau.action.at/

Freiraum
www.freiraum.at.tt
Setzt sich allgemein für mehr Freiräume ein, konkret derzeit vor allem auf der Uni

Keine Uni
http://not.priv.at/keineuni/Hauptseite
Für freie Bildung!

Subterrarium
http://subterrarium.blogs.sonance.net/
Verein zur Förderung und Vernetzung experimenteller Kunstformen

lolligo
http://www.lolligo.net/
Ein Verein für Menschen mit Kindern

Es gibt natürlich noch viel mehr, ich werde die Liste ergänzen, wenn mir andere unterkommen oder wenn ich ein paar Mal bei einem dieser Vereine war und mehr dazu sagen kann.

Montag, 17. September 2007

My problem with ethical book-shopping


I have a problem with ethically correct book-shopping. I'm not talking about shopping for politically correct books, mind you. That would be difficult too, because there hardly are any, some of them lack insight, and those that are good and p.c. are not labelled as such and hard to find in your average bookstore. No, what I am talking about is this: I spend lots of money on books and since I care about ethical consumerism, it would be nice to buy them in an ethic fashion. Now, what would that be and why ist that a problem?

First, you certainly don't buy books on amazon.com. They use their role as a giant and almost-monopolist and offer authors and publishers way lower margins than the average bookstore. And what should authors and publishers do? Resist from selling their books on amazon? Not really. And of course they ruin the local bookstores.

The thing is, I kind of like the build-up on amazon.com. I like the customer reviews, even if they are flawed most of the time. I like the number of editorial reviews that are published for the more well-known books. I enjoy the system cause it's easy to navigate and makes it easier to find and buy books by the same author or books by similar authors. I like the vast quantity of books. I enjoy the personal recomendations, even though they are predictable, they have pointed me to some interesting titles. I enjoy the "search inside"-function, which makes it possible to read into books that are not available anywhere near me and helps me decide whether I want to buy them. I like the anonymity, that allows me to buy books that I'd be too embarrassed to buy in my local indie bookstore, where everyone knows everyone. I really like the amazon marketplace, which makes it relatively comfortable to acquire most books that are out of print. (Not all of them, but some.) And of course I like the cheap prices (ahem) and the long opening hours.

But even when it comes to 3d-book-shopping, I'm ashamed to confess, I have problems with the pc version. First, I've been looking for good bookstore that met my tastes for years, that is, a bookstore with a good selection of contemporary literature, english-language literature, social and political sciences and popular sciences, with a slight alternative bend. The selection of contemporary literature is most crucial, since I have the most problems with finding books in this department. Often I have walked out of a bookstore frustrated because I was desperately looking for some fiction to enjoy a free afternoon or evening, and I couldn't find any. The extensive well-sorted social sciences-section would be the second criterium, but I have not found that yet.

So I came across a magazine article about a new bookstore that was opened by two dedicated young booksellers. I went there and a dream came true. I did not find one novel, I found like, five novels, on every visit to take home. And I don't remember ever being disappointed. They even organise readings, monthly discussion groups on newly published books and write their book reviews. They clearly know their business and like what they do.

But I still buy most books at the local giant, like I used to. Why, I ask myself, and I've got a bad conscience. So here are the reasons that will put indie booksellers to death:
  1. The giant is more conveniently located, right next to an underground station.
  2. The giant has longer opening hours. (I know they are exploiting their employees.)
  3. The giant's store and therefore book selection is huge. The selection is not as good, but it has improved over the years I think (or my judgement has waned). If you enjoy casually browsing (popular) books for distraction as opposed to chosing something you really want to spend your time and money on, it's perfect.l
  4. The giant has a gigantic section of newspapers.
  5. And the biggest advantage of all, at least for me, is the anonymity. It gives you the opportunity to spend hours at the bookshop, shifting from department to department, never being noticed, never being asked questions. If you are in a little bookstore with one or two employees, spending a lot of time there feels embarassing for me. I don't know whether it's just me, but I don't feel comfortable when I spend a long time there and don't buy anything. Even though they've created a corner with a table, some chairs and a coffee machine in the small bookshop, it still feels weird for me to spend a lot of time there.
And when you spend enough time, you'll very find something interesting even in bookstore with a mainstream or boring selection.

Sometimes though, when I do seek advice, I usually make experiences there that make me cringe. Once I had to prepare a presentation on melancholia (which is a way more common word in German than it is in English and a pretty central concept for lots of western art). So I asked the clark in the art/philosophy-section if he had some books on the topic and what he said was: "Melancholia??? Oh my, I get such difficult requests today." Then he typed it into his computer and could not find anything on the topic. Finally he said, maybe some other clerk could help me (though I wander who that could be, if not the clerk from the art-section). Experiences like this make you regret your "sins" even more.

Zitat des Tages


"Als die USA in den Irak einmarschiert sind, gab es die größten Antikriegsdemonstrationen in jeder Stadt auf der ganzen Welt. Hat das irgendeinen Unterschied gemacht? Das legt nahe, dass diese riesigen Demonstrationen nicht die politischen Entscheidungen beeinflussen. Aus diesem Grunde muss man sich fragen: Was bringt was?
Um ein anderes Strategie-Bespiel zu geben: Lange herrschte Zweifel, ob in den Genozid in den Flüchtlingscamps in Darfur eingegriffen werden sollte. Nun hatten berühmte SchauspielerInnen wie Mia Farrow und Richard Gere die brilliante Idee, kleine Fernseh-Spots über China zu machen, weil China so lange die internationalen Entscheidungen blockierte. Rate, was passierte! Die chinesische Regierung wollte wegen der Olympiade nicht in Verlegenheit gebracht werden ... Ich will damit sagen, dass in diesem historischen Moment, in diesem Kontext, diese politische Strategie angebracht war." (Abigail Solomon-Gdeau, Kunsthistorikerin und Universitätsprofessorin, NY, in einem Interview in an.schläge 09/2007)

Die Erkenntnis, dass Demonstrationen als Protest nicht besonders wirkungsvoll sind, kaum zu einer Änderung beitragen, hat wohl jede DemonstrantIn schon mal ereilt. Das ändert nichts daran, das Demos wichtig sind, um ein Zeichen des Widerstands zu setzen, aber es stellt sich doch die Frage, wie effizienter eingegriffen werden kann, um nicht unnötig Ressourcen zu verschwenden. Manchmal ist ein bezahlter Fernsehwerbespot effizienter als der "Druck der Straße", er ist allerdings auch mit einem weit größeren finanziellen und organisatorischen Aufwand verbunden (ok, wirklich große Demos können da wohl mithalten). Auch mit der Basisdemokratie wird es da schwierig, schließlich müssten sich alle, oder zumindest einige, auf den Inhalt einigen usw.

Habe einen Artikel über www.moveon.org gelesen. Einer ihrer Strategien am Anfang war z.B. durch massiges Senden von Emails an Senatoren, bzw. massives Anruen, ihre Server und Telefonzentralen zu überlasten und sie so, zumindest kurzfristig handlungsunfähig zu machen. So spüren sie den Protest direkter als durch eine Demonstration im fernen Washington. Auf der anderen Seite nützt sich das natürlich auch schnell ab und sie finden Möglichkeiten, diese Proteste zu umgehen, bzw. zu überwinden, aber es ist mal eine nette Idee und in einer gewissen Weise auch basisdemokratisch: wenn man sich mit dem Inhalt des Emails nicht identifiziert, schickt man es eben nicht ab oder ändert es ab. - Im Moment sammel sie gerade Geld, um u.a. einen Spot gegen die Präsidentschaftskandidatur Giulianis ins Fernsehen zu bringen. Mal sehen, ob's was nützt.

Ich möchte in diesem Blog gerne andere Formen des Protestes zusammentragen. Wenn euch etwas einfält, nu zu!

Akteur Gehirn (1)


Ich war in den Bergen und bin dabei in 2 Tagen mehr zum Lesen gekommen als in einer Woche in Wien (und das waren nur die Zugfahrten!). Das ist aber auch kein Wunder, denn ich habe mir vor der Abfahrt

"Akteur Gehirn - oder das vermeintliche Ende des handelnden Subjekts. Eine Kontroverse" (Hg.Innen Jo Reichertz / Nadia Zaboura, Wiesbaden, 2006) gekauft.

Seit ich "Ich bin Charlotte Simmons" von Tom Wolfe gelesen habe, ist mein ohnehin schwellendes Interesse an der Hirnforschung und ihren Anknüpfungspunkten wieder erwacht (über das Buch folgt hoffentlich noch ein eigener Post). Haben wir einen freien Willen oder bilden wir uns das nur ein? In welchem Ausmaß sind wir zu Erkenntnis fähig und wodurch werden unsere Gedanken bestimmt? Durch vorangegangene Gedanken oder durch neuronale Impulse jenseits unserer Wahrnehmung und damit natürlich auch jenseits unserer Kontrolle? Was ist das eigentlich genau, das mit "ich", "Persönlichkeit" oder "Seele" bezeichnet wird (je nach Diktion)? Gibt es das wirklich? Was spricht dafür, was spricht dagegen?

Und die Diskussionen in den Zeitschriften sind sowieso omnipräsent: Ist unser Verhalten erlernt oder folgen wir unbewusst noch steinzeitlichen Prägungen? Verlieben wir uns aufgrund von bewusst nicht wahrnehmbaren Gerüchen, kulturübergreifend geltenden Schönheitsnormen oder doch aufgrund von sozial erlernten Bewertungsmechanismen? Wieviel Einfluss hat die "Natur", wieviel die "Kultur"? Haben die Sozialwissenschaften mit ihren Hypothesen, ihrem "Sinn-Verstehen" und ihrer kaum überblickbaren Vielzahl an theoretischen Positionen überhaupt noch eine Chance gegenüber den "Naturwissenschaften" und ihren scheinbar objektiven Beobachtungen und einheitlichen Ergebnissen? Wie stark beeinflusst die Hirnchemie den Charakter - oder gar die Intelligenz? Welchen Einfluss haben unsere Gene, unsere Hormone und unsere Geschichte auf unser Bewusstsein? Und wie ist das eigentlich mit Männern und Frauen??? Wahrscheinlich der Themenbereich, über den die Natur/Kultur-Debatte in der Öffentlichkeit am häufigsten geführt wird, aber nicht der einzige.

(Anmerkung: ich vermische im vorigen Absatz einige unterschiedliche Diskurse. Worum es mir geht, ist der Unterschied zwischen einem biologistisch oder einem sozialwissenschaftlich geprägten Menschenbild.)

Das Buch ist das Ergebnis einer Tagung 2005, auf der versucht wurde, einen Dialog zwischen Natur- und Sozialwissenschaftlern zum Thema "Ergebnisse der Hirnforschung und ihre Konsequenzen für die Sozialwissenschaften" in Gang zu bringen.

Themen waren
  • Wie konzipieren die Neurowissenschaften die Entstehung von Bewusstsein und, daraus resultierend, menschlichen Handlungen? Wo sehen sie die Ursachen?
  • Gehen sie davon, dass Menschen einen freien Willen haben oder nicht? (Eher nicht.)
  • Wie sieht die Philosophie diese Negierung des freien Willens?
  • Geht die Soziologie eigentlich von Willensfreiheit aus? Wenn ja, wie wird diese definiert?
  • Wie sehen NeurowissenschafterInnen die Erkenntnisse der Soziologie, v.a. zum sozialen Handeln?
  • Wie werden Phänomene jenseits des rationalen Denkens, z.B. Emotionen, intuitives Verstehen oder Kreativität von Neuro- und Sozialwissenschaften erklärt.
  • Psychoanalytische Erkenntnisse zur vermeintlichen Einheit des ichs
  • Neurowissenschaften als Thema sozialwissenschaftlicher Untersuchungen
Ich möchte die einzelnen Artikel in Blog-Einträgen kurz vorstellen und kommentieren.

In der Einleitung bringt Reichertz einen kurzen historischen Abriss, wie sich die Vorstellungen vom menschlichen Bewusstsein bzw. von der Seele verändert haben.

Im 1. Artikel "Können wir unser eigenes Gehirn als Gehirn erkennen?" von Georg Northoff und Kristina Musholt beschäftigen sich die beiden mit der Frage, ob es möglich ist, sein eigenes Gehirn bewusst wahrzunehmen, d.h., die neuronalen Prozesse, die sich in ihm abspielen. Sie stellen fest, dass das Gehirn das einzige Organ ist, dass der innerkörperlichen Wahrnehmung nicht zugänglich ist (außer in Form von Kopfweh) und warum dies für das Funktionieren des Gehirns notwendig ist. Northoff hat sowohl Medizin als auch Philosophie studiert und die Mischung aus medizinischer und philosophischer Diktion verlangt dem soziologischem Leser einiges ab, andererseits handelt es sich um einen durchaus gut geschriebenen Text. Auch seine Beschreibung von medizinischen Versuchen, bei denen die Probanden die Tätigkeiten ihres Gehirns bildhaft erfahren und so versuchen sollen, diese zu steuern, fand ich sehr interessant. Da der Artikel jedoch das mich interessierende Thema Willensfreiheit / Menschenbild nicht berührt, gebe ich ihn hier nicht wieder.

Freitag, 7. September 2007

Long-winding first post


Hi,

I like the idea of a closet, where I can stuff everything in I want to keep. Unlike the real closet at home, it will never be full and I will always find everything I put in there (I hope). I'll use this virtual closet to store everything that I find interesting (at least everything suitable to being stored in a virtual location, like a text, a thought, an article, a picture or even a recipe).

I've always been a collector, and what better closet could there be? I'll find everything by typing a few letters and nothing will tumble down on me! I can close the doors whenever I like and pretend it's not there, I don't have to clean it (yes!!!) and it won't take up space in my flat. It won't cause me trouble when I move (and I tend to move a lot) and will be accessible from around the world, waiting for me to get back to it whenever I want to.

I've thought about calling this blog "Blue Rhonda's Cabinet of Curiosities", inspired by antique cabinets of curiosities or their modern descendants like those of Robyn Swank (http://www.wickedswank.org/cabinets.htm), because I tend to take interest in curious things, but then I thought that might be too posh a name for a site that contains my everyday musings, among other things. After all, it takes a lot of effort to arrange a beautiful cabinet and I won't put too much effort into this site. Like I said, I really want to stuff things in.

A last reason, why I chose the word closet is because of the phrase in the closet. Usually one thinks of a blog as network hub, a place where lines cross and people expose themselves to the public. However, as the majority of blogs are scarcely read, and mine will be no exception, I'll really rather remain in the closet than displaying myself. To be more precise, I will expose myself to my eyes only, having this bunch of thoughts and ideas and never uttering a word about them to any living soul. A living soul in my real life, that is. (Well maybe I'll make an exception if the stars are right.)

Ok, all this sounds terribly self-obsessed and I suppose I am. Then again, why else would you start a blog, except for those service blogs out there like http://veganmenu.blogspot.com/? (And they probably only provide the service to draw attention to themselves and their lovely little lives, hah! Or they use it as a closet, in that case a place to store vegan recipes, just like ... well, never mind.)

By the way, I'm not a vegan, but this still is a killer site. The pics always water my mouth, but I'm not sure I can aspire to that level of cooking. (I've never tried - or even read - one of the recipes. I just guess, they are complicated.)

The beginning of this post sounds pretty grim too, and I'm not always. (I'm currently searching for a job, a better job, that is, that might be one of the reasons for my current mood.) And as you've found out by now, I'm a big fan of brackets and long ramblings and stream of consciousness writing. (Writing it, not reading it, thank you very much. Well, sometimes I like reading it too.)

And I don't particularly like, but can't help analysing myself. By the way, have you noticed, how I've started writing this blog as a sort dialogue even if I don't think anyone will ever read it? Strange. (Well, not a real dialogue actually, more a teacher that brabbles on to class where noone pays attention. In this case, you could probably say, almost all communication is like blog-writing! Well no, that's not true.)

Oh, and the last thing, that you've probably guessed already, is that English is not my mother tongue. I like it though, so I chose writing in it, though I don't know if I can or will keep it up.
So that's my excuse for my spelling and grammar mistakes. What's yours?

And I feel that I express myself differently than in German, my mother tongue. I think thoughts and write sentences that would never have come to my mind in German, I really have a different voice. So if I ever needed a proof that language forms consciousness, I'd be able to watch it in my own life. I don't need a proof, mind you.

Oh, and I plan to link to some science articles, so it might be worth checking in every now and again, even after this first post. Thanks for witnessing this closet's painful birth! ;-)